Nachruf auf ein paar alte Laufschuhe und Hooray für die „Neuen“

Fast 2 Jahre bin ich mit meinen „alten“ auf der Strecke gewesen… erst noch schwer, rund und behäbig später dann wieselflink (haha) und unermüdlich und selbst durch London haben mich die braven Jungs eine Woche lang auch jenseits der Laufstrecke schmerz- und ermüdungsfrei getragen…

Damals war es Liebe auf den ersten Blick und ich habe es nie bereut, mich genau für diese Schuhe entschieden habe, die anscheinend noch nicht einmal einen eigenen Namen haben, sondern nur als „Adidas Gore-Tex“ mit einer Artikelnummer zu finden sind…

Im Nachhinein gehört schon ne Menge Mut (oder auch mehr Glück als Verstand) dazu, mit knapp 100kg Lebendgewicht in einen Sport-Vosswinkel zu gehen und sich einfach ein paar Laufschuhe zu kaufen… stabil sollten sie sein, nicht so leicht dreckig werden und mir einen gewissen Halt und Stabilität geben…

Zuerst wollte ich ja eh nur walken… hätten demnach auch ein paar Walking-Schuhe sein können. Aber seien wir mal ehrlich… was da auf dem Markt ist, ist doch Footwear für hässliche, alte, langweilige Leute und nicht für uns!!!!! Zumal ja braun in meinen Augen eher ne Geisteshaltung als ne Farbe ist…

Also einigte ich mich mit mir auf Schwarz/grau/bordeaux als akzeptable Farbkombo und daß ich zusätzlich zu toller Passform, angenehmem Design und federleichtem Tragegefühl (ja auch Trail-Shoes können einem ein solches vermitteln, nicht nur ultraleichte „Gutwetter-Jogger“) auch noch ein Schnäppchen machte, freute die dicke Schnäppchentante 🙂

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Die armen Jungs wurden ab da dann auch gnadenlos hart rangenommen… bei Wind und Wetter wollte das fette Mädchen nun mit ihnen an die frische Luft und war es zuerst noch selten, kurz, langsam und schwer, wurde es mit der zeit immer öfter, länger und flinker, aber mit der Zeit auch erheblich leichter… Das alles haben die beiden wirklich klaglos und zuverlässig mitgemacht, sogar die Farbdusche beim Color-Run und einen (offiziell gar nicht statthaften) Ausflug auf den Tennisplatz haben sie mir verziehen und mich immer unterstützt.

Gemeinsam haben wir Meilensteine erreicht und hinter uns gelassen und immer neue Ziele „erlaufen“…

Hierfür kann ich gar nicht genug „DANKE!“ sagen, denn es ist beileibe nicht selbstverständlich, daß ein paar Laufschuhe – eigentlich aus einer Laune heraus gekauft – solch einen langen und vor Allem schmerzfreien Dienst leisten… Ich hätte Knieprobleme bekommen können, Rückenschmerzen, Mittelfußprobleme oder wenigstens Blasen… Nichts dergleichen ist geschehen!

Nichtmal, daß ich den linken der Jungs zwischenzeitlich bezichtigt habe, dem Teufel Obdach zu geben, konnte sie gegen mich aufbringen… sie haben treu und stetig ihre Aufgabe gemeistert…

Doch nun schicke ich sie in ihre wohlverdiente Laufschuh-Rente… am letzten Wochenende habe ich es getan… mir die Nachfolger meiner beiden Jungs geholt… Und wollt ihr raten? Natürlich!

Ich bin wieder mit der gleichen Strategie gefahren, die mir schon einmal so gute Dienste geleistet hat: Rein in den Laden, nach stabilen, wasserabweisenden, dunklen Laufschuhen Ausguck halten und wenn eines sitzt, mir ein gutes Gefühl gibt und optisch zumindest halbwegs ansprechend ist – ZUSCHLAGEN!!!!

Es sind zufällig wieder Adidas geworden… es hätten auch Asics oder Brooks werden können, aber ich verfahre nun auch mal gern nach dem Motto: „Never change a running system“ (Wortspiel! Brüller!!!!!)

Seit Samstag besitze ich nun die „adidas Response Trail 21 GTX W“ und am Sonntag habe ich sie dann auch gleich einer harten Probe unterzogen: Ich habe sie bei strömendem Regen auf schmelzenden Schneematsch-Erdboden gejagt…

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Das Profil der Sohle ist ausgeprägter, als bei den alten. Die Passform komfortabel, man fühlt sich sehr sicher bei jedem Tritt, auch wenn es mal rutschig wird… Mir ist dieses Gefühl sehr wichtig, da ich oft in der Dämmerung/Dunkelheit auf leicht unebenen Wegen unterwegs bin. Der unabsichtliche Tritt in eine etwas tiefere Pfütze verursachte kurzzeitig ein Kältegfühl, der Fuß war aber beim Ausziehen der Schuhe nach dem Lauf (abgesehen vom normalen Schweiß) nicht naß geworden… sehr gut… funzt!!!! 🙂

Alles in Allem finde ich übrigens neben der guten Paßform und der Funktionalität, daß ich mich auch optisch verbessert habe… Meine Mädels (ja, es sind Mädels!!!! Sozusagen die schwarzen Prinzessinnen unter den Laufschuhen… *debil grins*) sehen in ihrem schwarz/pinken Design richtig gut aus und passen zu mir.

Mit den beiden werd ich dann also auch den Halbmarathon dieses Jahr meistern… ich sach mal: LÄUFT!!!! 😉

PS: Was mir allerdings noch auf der Seele brennt: Was mach ich nun mit den beiden Rentnern???

Wegschmeißen?

Gold ansprühen und ne Collage draus machen?

Momentan spiele ich mit dem Gedanken, sie als „Notfall-Schuhe“ bei meinen Eltern zu deponieren, damit ich nicht immer das komplette Equipment von A nach B und zurück schleppen muß… Oder hat jemand noch ne andere Idee, was man mit zwei altgedienten Veteranen dieser Art machen kann?

Ach ja… PS: Weil ich es so mache, also ohne Beratung und Analyse losziehe und mir Laufschuhe „mal so eben“kaufen gehe, heißt natürlich nicht, daß es auch für Dich, Dich und Dich da draußen die richtige Methode ist, um dieses so wichtige Schuhwerk auszuwählen… Es gibt richtig gute Laufläden, wo dem Anfänger und dem dem Profi eine tolle, fachkundige Beratung zuteil werden kann und ich bin auch sicher, viele Verkäufer tun wirklich ihr Bestes, um ihren Kunden den für ihre Bedürfnisse besten Trainingsschuh herauszufinden und nicht nur das teuerste Modell loszuwerden. Von daher bin ich keinesfalls contra Laufanalyse oder so. Es ist nur irgendwie nicht mein Ding (so lange es auch anders geht)

Was ich allerdings doof finde, sind Leute, die sich 2 Stunden im gut ausgebildeten, fachkundigen Einzelhandel kostenlos beraten und analysieren lassen und dann nach Hause gehen und im Internetdiscount die Empfehlung des Einzelhändlers bestellen, um dort 10€ zu sparen…

von Tupper-Tetris, Gläser-Hoarding, Schrank-Problemen und Wäsche-Bergen

Gesund essen, fit sein und ein aktives Leben sind toll!

Aber es gibt sie auch, die Schattenseiten unseres neuen Lebensstils, über die ich heute schonungslos berichten werde… (mit einem zwinkernden Auge, aber ich erfinde nichts! 😉 )

Es beginnt schleichend und wenn man es bemerkt, es oft schon zu spät, denn die Seuchen haben sich unmerklich ausgebreitet und dominieren ganze Lebensbereiche (und das meine ich hier rein örtlich und räumlich gesehen… )

Beispiele? Bitte sehr bitte gleich:

Ne Runde Tupper-Tetris gefällig?

Seit ich angefangen habe, mehr selbst und frisch zu kochen und vor Allem, seit ich mich auch noch am Mealprepping für ganze halbe Wochen versuche, nimmt die Menge der in meinem Haushalt ansässigen Tupper-Döschen, Bento-Boxen und Stullenbüchsen kontinuierlich und exponentiell zu… Es gibt jetzt nicht mehr nur dieses eine chaotische Schubregal, sondern daüber hinaus auch noch ein bis drei offene Plätze hier und da, wo ich Schüsseln, Töpfchen und Döschen versuche möglichst ordentlich und vor Allem platzsparend zu lagern… Wenn wir dann auch noch bei Schwiegermutti zu Besuch waren, dann stapeln sich in den nächsten Wochen zusätzlich noch „fremde“ Schüsseln, denn wir dürfen natürlich nie fahren, ohne mit anatolischen Spezialitäten für die nächsten 4 Wochen versorgt zu sein… Abgerundet wird das ganze noch mit diversen Shakern und Messbechern und auch das Thema Messlöffel füllt ganze Slots in meinem „Allerlei-Schubfach“)

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Die Herausforderung gleicht dem Nerd-Klassiker Tetris: Bringe möglichst viele ungleichförmige Teile möglichst platzsparend und ohne allzuviel verlorenen Space in einem begrenzten Rahmen unter…

Besonders „liebe“ ich Deckel in allen Formen und Größen und so Kleinkram, wie Dressingdöschen, wie sie öfters mit den hübschen Bento-Boxen kommen… Die sortier und stapel ich in regelmäßigen regelmäßigen Abständen neu und es hält in der Regel ungefähr minus 5 Minuten, bevor das alte Chaos wieder eingezogen ist…

Verlassen wir nun diese faszinierende Plastik-Welt und wenden uns einem weiteren Phänomen in meiner Küche zu: dem Gläser-Hoarding…

Früher landeten leere Marmeladen- oder Gurkengläser im Müll oder bestenfalls im Altglascontainer… Heute landen sie in einer großen Schuhschachtel, zusammen mit einem Bündel Glasmalstifte…

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Nachdem ich plötzlich einen Riesenbedarf an Nüsschen, Gewürzen, Körnchen, Süßungsmitteln aller Art und Pülverchen proteinreicher Natur habe und gleichzeitig keine Lust verspüre, tausende von geöffneten Tütchen und Päckchen rumstehen zu haben, bin ich relativ schnell auf das Umfüllen in Glaswaren aller Art verfallen… Eigentlich hätte ich es lieber gleichartig designed, aber wer hat so viel Geld, sich hunderte gleichartige Töpfchen und Tiegelchen bei Depot oder Butlers zu kaufen…

Und meiner DIY-Ader käme es dann auch gleich noch zu Gute, wenn, ja wenn ich es denn auch kontinuierlich schaffen würde mit der lieben Kunst am Glas… In der Realität wird meistens der Inhalt eingefüllt, ein Etikett mit reingesteckt, so daß man weiß, was drin ist, bevor man sich sagt „Am Wochenende habe ich bestimmt Zeit, die ganzen Gläser hübsch zu bemalen und dann 3 Tage still stehen zu lassen, damit die Farbe schön trocknet…“ Ihr ahnt, was dann passiert… richtig: NICHTS 🙂

Folge ist natürlich ein buntes Durcheinander an Gläsern aller Formen und Größen mit bunten Inhalten, die in meiner Küche wohnen und eine Atmosphäre von Chaos, Improvisation und Unfertigkeit verbreiten… (willkommen in meiner Welt…)

Nachtrag: Inzwischen bin ich übrigens zu einer Meisterin darin avanciert, diese nervigen Etiketten von meinen Gläsern so mühe- und unfallfrei wie möglich abzuknibbeln… 😀

Aber wollen wir mal die Küche verlassen und in den Kleiderschrank gehen… (Ich hab Glück, ich kann wirklich in meinen reingehen 🙂 ) – Was sehen meine schwachen Augen: Schrank-Probleme

Viele Klamotten hatte ich nun ja schon immer und daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern… Neu ist, daß inzwischen Sport-BHs, Lauf-Shirts und Fitness-Tights einen Großteil des Platzes einnehmen und der Rest sich irgendwie dazwischen quetschen muß… Beim Schlendern am Wochenende verbinge ich mehr Zeit bei Sport-Scheck und Stadium als bei H&M und ich erwäge allen Ernstes beispielweise den Erwerb einer stylischen Gym-Leggins zum schwindelerregenden Preis von 99€ (und nein, ich werde es nicht tun, sondern auf nen Sale-Schnapper setzen)

Zu den augenscheinlich als Sport-Kleidung identifizierbaren Teilen kommt dann noch eine schier unendliche Menge an T-Shirts aller Art, welche ich hartnäckig versuche in „Gym-Shirt“ und „normales Shirt“ zu unterteilen und dann diese Unterteilung auch konsequent beizubehalten… Klappt oft, aber nicht immer, denn manche Shirts sind einfach zu cool, um sie nur im Gym zu tragen… 😉

Ein paar Schätzchen aus meiner XXL-Zeit habe ich auch noch und dem einen oder anderen bin ich auch schon mit der Schere zu Leibe gerückt und hab versucht Gym-Shirts mit neckischen Wickelungen und „mit-ohne Nähen“ zu produzieren, aber so richtig den Bringer habe ich da noch nicht gebastelt…

Das Gedränge in meinem Kleiderschrank bringt  mich dann auch gleich zum vorerst letzten „Fitgirl-Problem“…

WÄSCHE-BERGE!!!!!

Was bei zwei Sportlern in einem Haushalt an durchgeschwitzten Sportklamotten innerhalb kürzester Zeit anfällt, ist UNGLAUBLICH!!!!

Besonders im Winter sorgt allein eine Laufsession bei mir für ungelogen 11 Wäschestücke (und ja auch, die Handschuhe sind durchgeschwitzt…)

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Aber auch schon die „Standard-Indoor-Montur“ (Shirt, Hose, Socken, Unterwäsche, Bandana) macht bei mehreren Trainings pro Woche schon was aus… Dann noch die durchgesifften Handtücher… Wahnsinn!

Aber weder Auslüften noch Febreeze wird mich dazu bringen, meine einmal benutzen Sportklamotten ein zweites Mal anzuziehen (und ich WETTE, der eine oder andere in meinem Gym tut das… *börgs*)

Seit ich Sport treibe, läuft die Waschmaschine quasi täglich und auch trotz Trockner hängt eigentlich immer Wäsche im Haus rum, die irgendwie noch trocknen muß…

Zu meiner Ehrenrettung sei allerdings noch gesagt, daß trotz meinem Einkaufswahn was Sportklamotten angeht, die Kaufwut, was Trainings- und Laufschuhe angeht, ist bisher sehr moderat in Grenzen geblieben… Ich hab ein Paar Indoor-Trainingsschuhe und ein Paar Laufschuhe… das wars!

Ja, das ist sie, die „bittere Wahrheit“, was ein fitteres, gesunderes Leben an „negativen“ Seiten mit sich bringen kann… aber seien wir mal ehrlich? Wollen wir wirklich dahin zurück? Wo ein einziges Kleidungsstück mitunter so viel Stoff mit sich brachte, wie heute ein komplettes Gymoutfit 🙂

Ich jedenfalls nicht, ich stehe zu meinem Tupper- und Glaswahnsinn in der Küche und nehme die ständig laufende Waschmaschine und dem chronischen Platzmangel im Schrank und in der Küche gerne in Kauf… Denn das, was ich dafür bekommen habe, möchte ich nicht mehr missen….

Stagnation, Jahresendhänger, Schlendrian und Kampfansage…

Auch wenn man sich nun schon so lange wie ich mit Gesundheit, Abnehmen, Motivation, dem Identifizieren von Ausreden und Stolperfallen befasst, so bin ich doch kein Übermensch oder gar Roboter, der ohne mit der Wimper zu zucken sein Programm abspulen kann…

Daß meine Umstellung jetzt nach 2 Jahren bereits viele positive Automatismen implementiert hat, ist genau so wahr, wie die erschreckende Tatsache, daß es nach wie vor nicht viel braucht, um mich binnen weniger Tage in einen Zustand zurück zu katapultieren, der geprägt ist von katatonischer Handlungs- und Bewegungsunfähigkeit, verbunden mit exzessivem, kontrollfreiem „Genuß“ von „Lebensmitteln“, die in der Hauptsache aus raffiniertem Zucker und Weißmehl bestehen. Das Bewußtsein versucht zwar – erst nachdrücklich, dann verzweifelt – gegenzusteuern, kommt aber bereits nach kurzer Zeit nicht mehr gegen die immer prominentere Trägheit an… Wer nun einfach nur funktionieren kann und in der Lage ist, sich aus dem Stand zusammen zu reißen und sein Programm durchzuziehen, egal, wie durcheinander er in anderen Bereichen seines Lebens ist, hat Glück, kein emotionaler Esser zu sein. Oder das Durcheinander drumherum ist einfach noch nicht groß genug…

Viele hatten in den letzten Wochen Hänger, haben weniger bis gar nichts gemacht (machen können), sind in alte Ernährungsmuster verfallen, haben (dadurch) ihre Mahlzeiten nur noch unregelmäßig geloggt oder waren krank… Der Neuanfang fällt/fiel vielen schwer…

Für mich neu: Ich gehörte diesmal dazu…

Nachdem es ein Jahr (2013) tadellos geklappt hat, mich fitness- und ernährungstechnisch nahezu vorbildlich zu verhalten, viele Erfolge zu verbuchen und sogar Spaß daran zu haben, was ich tat und was ich aß, war im gesamten Jahr aber insbesondere seit Herbst 2014 irgendwie der Wurm drin …

2014 war geprägt von Stagnation.

Weder Abnahme, noch irgendwelchen augenscheinlichen Verbesserungen des optischen Erscheinungsbildes… nichts schien mehr vorwärts zu gehen… Viel wurde umgestellt, umgeplant, umgeschrieben… immer in der Hoffnung, auf dem neuen Weg den gewohnten Erfolgen wieder zu begegnen… vergeblich!

Und ich muß der Realität anscheinend in seine häßliche Fresse blicken… es hat sich viel geändert, aber eben nicht alles… und der Rückfall liegt näher, als gedacht… denn all die Sachen, die mich dick gemacht haben, alles, von dem ich weiß, daß es eigentlich nicht gut für mich ist… das alles griff plötzlich wieder mehr und mehr um sich…

Das „sich was gönnen„, das „Ausnahmen machen„, der (von mir so verteufelte) „Cheatday„… all das stand plötzlich auf der Tagesordnung… und nicht etwa einmal im Monat, sondern irgendwie plötzlich wieder täglich… dann kam noch der sportliche „Regenerationstag“ dazu… mehrmals wöchentlich…

Und irgendwie ist das ja auch gar nicht so schlimm, denn so richtig Drama auf der Waage hat es ja auch nicht gegeben… klar, seit Weihnachten sind still und heimlich 2-3 Kilo dazugekommen, aber das wird dann im Kopf als eine der berühmten Wassereinlagerungen  verbucht, oder eine der gepriesenen „natürlichen Schwankungen“ und schließlich „weiß man ja, wie’s geht“ und „mit ein bißchen Disziplin hat man das ja auch ganz fix wieder runter„… wenn, ja, wenn man denn endlich wieder etwas mehr Disziplin an den Tag legen würde…

Tatsache ist nun mal, mit 1.59m bin ich (trotz Krafttraining und ein bissi mehr Muskeln als andere Mädels meiner Größe) mit 67-68 kg noch im statistischen Übergewicht… nur knapp zwar, aber immerhin… das sollte doch irgendwie abzustellen sein… und wenn es nur dazu gut ist, mir zu beweisen, daß ich es KANN!!! (was ja aber auch seit einem Jahr nicht klappt, daher der Frust, zumal ich allein ja auch meine optischen Schwachstellen kenne, die nicht nur hypothetisch, sondern tatsächlich real sind 😦 )

Ich will auch nicht mein ganzes Leben mit 1400-1500 kcal täglich  (zuzüglich Sportkalorien natürlich, aber das wißt ihr ja alle 🙂 ) auf ungesüßten Vollkornprodukten und Gemüsestängeln rumkauen… aber ich werde mich damit abfinden müssen, daß ich mich doch von vielem werd verabschieden müssen, wenn ich langfristig nicht wieder dahin zurück will, wo ich hergekommen bin…

Meine Essenzubereitung wird immer aufwändig bleiben und der schnelle Kauf von industriell gefertigten „Nahrungsmitteln“, (die bei genauerer Betrachtung zwar weder wertvoll noch wirklich nahrhaft sind, dafür mir aber lecker schmecken) im Supermarkt, wird die Ausnahme bleiben müssen. Und auch wenn die Kekse oder die Schokolade Bio, Öko oder sonstwas sind… eine Packung oder 2 Tafeln davon decken locker 2/3 meines Tageskalorienbedarfs ab, machen mich aber nicht 2/3 meiner wachen Zeit satt…

Und mit dem Carb-Koma kommt dann schleichend auch die Unlust auf Bewegung, mit voranschreitender Bewegungslosigkeit der Rückschritt leistungsmäßig und die Motivation ist ruckzuck verschwunden, (wer hat schon Lust, wieder bei 20kg Squats anzufangen, wenn er schon mal bei 60kg  war *seufz*)

Vielleicht bin ich deshalb immer ein so vehementer Gegner der sogenannten Cheatdays gewesen… Wenn Abnehm-Newbies nach 3 Wochen  meinten, sie müssten mit solchen ihren „Stoffwechsel ankurbeln“ und ähnliche Scheinargumente… Wer sich in einem gesunden Kaloriendefizit ernährt, Sport macht und auch sonst aktiv ist, braucht m.E. aus ernährungsphysiologischer Sicht nichts so wenig wie einen Cheatday…

Nun denn, das Jahr 2015 ist noch jung… ich hör jetzt auf, zu heulen.

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Ich bin nach wie vor stolz auf mein Erreichtes, werde ums Verrecken nicht dahin zurück gehen, wo ich hergekommen bin und neben etwas mehr Rückbesinnung auf meine alte Herangehensweise mit Kaloriendefizit und viel Bewegung werde ich erstmal dem Schlendrian der letzten Monate ins Gesicht lachen und mich nicht unterkriegen lassen…

Ausnahmen sind gut und schön, so lange sie wirklich Ausnahmen bleiben… und da ich anscheinend nach wie vor nicht in der Lage bin, das so zu praktizieren, werde ich in den kommenden Wochen eben keine mehr machen…

Nur das Wissen allein, daß man auch nach 2 Jahren (mentalem) Training immer noch bewußt sein Hirn einschalten muß, bevor man eine Entscheidung für oder gegen ein Nahrungsmittel trifft, hilft nicht weiter…  Man muß es auch wirklich tun und nicht dauernd das „ach was solls, morgen ess ich dann wieder clean“ gewinnen lassen… „Morgen“ hilft nicht weiter!!!!

Es gilt also weiter, einen Bogen um Bäckereien und Süssigkeitenabteilungen zu machen, so lange, bis wieder etwas mehr Struktur und Eifer in den Prozess gekommen ist und vielleicht, das ist meine stille Hoffnung, wach ich ja eines Tages auf und die Lust auf Amerikaner, Mohnschnecken, Muffins und Brownies ist verschwunden… (man wird ja wohl noch träumen dürfen 😉 )

Jeder Tag wird weiter eine Herausforderung sein! Mal fehlt die Lust, zum Sport zu gehen, mal scheint der Hunger übermächtig zu sein… Da hilft nichts, außer die Fähigkeit, sich selber in den Hintern zu treten und trotzdem zu gehen bzw. den Dreck doch nicht zu essen!

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Danke an all jene, die sich mein Gejammer bis zum Schluß durchgelesen haben und natürlich auch mein besonderen Dank an all jene, die mir nach wie vor zur Seite stehen, mich mitziehen, pushen, mit mir lachen, auch mal mit rumheulen aber auch immer einen Joke oder blöden Spruch parat haben… ihr wißt, wer ihr seid! Ohne euch, wär das alles nicht so gut, wie es ist!

Was mich nun doch noch zu einem letzten Tipp für all jene bringt, die auch (noch) durchhängen: Sucht euch Gleichgesinnte, spinnt euch ein Netzwerk, tauscht euch aus, bildet Banden 😉 , kämpft nicht immer nur alleine (außer vielleicht wenn es heißt „DU vs. das Eisen“ 😉 ), nutzt die Wunder des www und werdet Teil von etwas, das euch eurem Ziel näherbringt, was ihr nutzt ist dabei egal, Hauptsache es hilft euch!!

Spread the love!!!!

Der Teufel wohnt in meinem linken Laufschuh…

…und er wirft gern mit Steinen!

Vor jedem Lauf inspiziere ich meine Laufschuhe akribisch, denn nichts hasse ich mehr, als beim Laufen Steine im Schuh zu haben.
Das heißt, ich laufe immer mit geprüft steinlosen Schuhen los. Ich schlurfe nicht. Schon gar nicht einseitig! Und vor allem nicht beim Joggen!
Trotzdem habe ich spätestens auf halber Strecke den Grand Canyon im Schuh. Im linken Schuh. Immer im linken Schuh!

Daraus folgt für mich:

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Der Teufel ist kein Eichhörnchen. Er ist kleiner. Und er wohnt in meinem linken Laufschuh. Was er dort macht?
Mit Steinen werfen… 😉

Nackt(mull) gut aussehen?

Ich gehe stramm auf Mitte 40 zu und war immer mehr oder weniger übergewichtig, 25 Jahre davon wirklich dick.

Das hab ich nun hinter mir, aber habe ich nun einen perfekten Modelkörper?

Natürlich nicht… die Haut an Bauch, Körperseite und Innenschenkel hängt, die dramatisch geschrumpfte Oberweite sowieso. Der Hintern hat nur mit angspannten Muskeln eine zufriedenstellende Rundung – Shapinghemdchen sind im normalen Leben und vor Allem beim Sport nicht wegzudenken.

Ziehe ich alles aus, bleibt ein leicht knittriger, bunter Nacktmull mit leidlich knackigen Armen und recht muskulösen Beinen und einem knackigen Hintern – so lange der Nacktmull angestrengt die Pomuskulatur anspannt – zurück…

nacktmull2© http://skizzenblog.clausast.de

Bin ich trotzdem glücklich? Ohhhhh ja!!!!!

Denn ich bin wenigstens ein halbwegs schlanker, fitter (wenn auch knittriger aber dafür bunter) Nacktmull!!!!

Daß da etliche Dehnungsstreifen und fröhlich überall verteilte Orangenpelle an mir wohnen und die oben genannten Körperteile etwas suboptimal an mir runterhängen, nehme ich recht fatalistisch und mit dem nötigen Humor als selbstgewähltes Schicksal hin, denn letztendlich erinnert mich all das auch daran, wo ich herkomme, wie ich da hingekommen bin und daß ich nie dahin zurück will!

Rufus© Rufus der Nacktmull – Disney’s Kim Possible

Alles ist besser, als das, was vorher war und man hat definitiv mehr Möglichkeiten, sich hübsch herzurichten und „Schwachstellen“ durch kleine Kniffe zu überblenden und optisch wegzumogeln, so daß mir das Wohlfühlen mit meinem neuen Wohlfühlgewicht in allen Aspekten des Lebens nicht schwer fällt.

Wie gesagt, ich geh auf Mitte 40 zu und zu dem Anspruch „nackt gut aussehen“ hatte und hab ich einfach mal so gar keine Meinung, gar nicht zu sprechen von Ambitionen, mich irgendwo (mal abgesehen von privaten Momenten, der Umkleide im Gym und ab und an mal der Sauna) naggisch zu machen.

Ich war Zeit meines Lebens in einer körperlichen Verfassung, und habe zudem auch eine Erziehung genossen, die mir selbst immer gebot, mich nicht gänzlich unbekleidet in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ich bin es gewöhnt und finde es auch viel praktischer, beim Schwimmen Badeanzüge zu tragen und weine jetzt absolut nicht der Möglichkeit nach, der letzten Bikini-Mode zu frönen. Und in meinem privaten Privatleben habe ich seit jeher genug Selbstbewußtsein, mich sicher und vertrauensvoll so zu bewegen, wie ich nun mal aussehe…

Was ich eigentlich sagen will, ist, daß man ab einem gewissen Alter beim Abnehmen größerer Mengen auch immer ein Stück weit realistisch bleiben muß, denn nicht jeder (also eher die Wenigsten) ist mit so straffem Bindegwebe gesegnet, daß der komplette Körper nach 40kg Abnahme wie der Astralkörper einer 18jährigen aussieht…

Man kann mit Sport… viel Sport… dem richtigen Sport… eine Menge reißen und zu einem positiven Körperempfinden und -erscheinungsbild beitragen, aber eine hundertprozentige Komplett-Transformation darf man/frau einfach nicht erwarten! Auch die an dieser Stelle schon einmal angesprochenen Bürstenmassagen mögen – regelmäßig angewendet (*hust*) – eine der Hautstraffheit zuträgliche Wirkung haben, ein Allheilmittel sind sie unter Garantie nicht!

Nun leben wir natürlich auch in einem Zeitalter, in dem kosmetische Operationen keine Zukunftsmusik mehr sind, sondern Realität und natürlich habe auch ich schon darüber nachgedacht und bin (Stand heute) noch nicht wirklich zu einem Ergebnis gekommen, welches ein Handeln meinerseits in diese Richtung ausgelöst hätte.

Fakt ist:

Es GIBT Stellen, die ich unansehnlich finde, selbst im bekleideten Zustand… und zwar sind das insbesondere die lose Haut, die unter den Armen aus den BH-Löchern quillt und die der Grund sind, daß ich trotz knackiger Oberarme nach wie vor keine Tanktops und sonstige ärmellosen Oberteile mit weiten Armlöchern tragen mag… Außerdem die hängende Haut an den inneneren Oberschenkeln, die wirklich knackige Shorts unmöglich macht.

Mit dem kleinen Fettschürzchen und der Oberweite hingegen kann ich mal mehr mal weniger gut leben, zumal mich der Gedanke an Silikontitten komplett abturnt!

Alles nicht schön, aber derzeit schreckt mich wie gesagt der Gedanke an die Gefahren einer (recht umfangreichen) Operation noch zu sehr ab, bzw. ängstigt mich so, daß ich mich noch nicht dazu entschließen konnte, Schritte zu unternehmen. Ich habe schon Menschen ihr Leben lassen sehen, die sich für weit weniger unters Messer gelegt haben!!!

Ich werde das Ganze weiter beobachten. Wie sehr mich die genannten Punkte in Zukunft stören, wie ich mich damit fühle und ob sich die Selbstwahrnehmung mit der Zeit eventuell noch ändert… Wenn der Zeitpunkt kommt, irgendetwas zu unternehmen, werde ich es wissen und etwas tun…

In diesem Sinne: Be proud to be a Nacktmull!!! 😉

Traurig, ein bißchen…

„Die Welt ist im Wandel,
Ich spüre es im Wasser,
Ich spüre es in der Erde,
Ich rieche es in der Luft.“
Galadriel – Der Herr der Ringe, die Gefährten

Komisches Wetter, komische Stimmung, ein bißchen unzufrieden mit mir selbst, daß auch nach all der Zeit, all dem Wissen und all dem Gelernten, ich doch allzuleicht in alte Muster fallen kann und mir selber im Weg stehe… (Will euch jetzt nicht mit Selbstmitleid und Auflistung von Freßanfällen langweilen, schlimm genug, daß es sie gibt…)

Und traurig bin ich auch, da zum Jahresende gleich zwei meiner Wegbegleiter nicht mehr so Teil meines Weges sein werden, so wie es bisher war (und es war gut wie es war).

Markus, mein Thai-Masseur, dessen Behandlungen mir so viel Kraft gegeben haben, wandert nach Neuseeland aus… Das weiß ich zwar schon länger und ich hatte mich auch schon damit arrangiert, zumal ich mir körperlich inzwischen auch durch die Nutzung des Foamrollers helfen kann, aber trotzdem werden mir doch die wunderbaren Gespräche, seine Weisheit und Herzlichkeit fehlen…

Nun habe ich auch noch erfahren, dass es ab Januar auch meinen wöchentlichen QiGong-Termin bei Sportspaß so nicht mehr geben wird… Nun wandert Christian, mein QiGong-Lehrer, nicht aus, sondern bietet seine Kurse nur noch in seiner eigenen Schule an, aber leider wird das finanziell auf Dauer für mich nicht stemmbar sein…

Generell frage ich mich derzeit, ob ich unter diesen Voraussetzungen weiterhin noch Mitglied bei Sportspaß bleiben soll, wenn es dann nur noch den einen Zumbakurs geben wird und das voraussichtlich auch nur noch bis Ende März, da ich danach noch nicht weiß, wo es mich beruflich rein vom Ort her hinverschlagen wird

Ich versuche mich damit zu trösten, dass derzeit eh das Pumpen und vor allem das Lauftraining im Vordergrund stehen, aber ich weiß ja auch ganz genau, daß mir auf Dauer der spirituell-sportliche  Ausgleich fehlen wird…

Stimmung also ähnlich grau wie das Wetter, aber hey! Morgen ist ein neuer Tag! Und ich werde ihn nutzen… besser als letzte Woche, jeden Tag etwas besser als den Tag davor, das wird schon wieder… Und morgen hör ich auch wieder auf, Scheiße… äh… Zucker und Weißmehl zu fressen

Und da natürlich der Wandel auch ein neues Gesicht braucht, präsentiert sich ab sofort der kleine Abnehmanarchist in neuen Kleidern, etwas leichter und luftiger, ich hoffe, ihr vermisst den Augenfasching nicht allzusehr…

in diesem Sinne:

Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg

Lasst mich wissen, wie es euch gefällt 🙂

Eigentlich mag ich ja keine Äpfel…

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Ich glaube, ich hab es das eine oder andere Mal schon von mir gegeben… im letzten Jahr… in desem Jahr…  nämlich immer dann, wenn ich wieder mal unzufrieden und ungeflasht auf einem saft- und kraftlosen Stück Apfel herumgekaut habe… Laut und deutlich und aus vollster Überzeugung:

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„Ich mag keine Äpfel!“

Aber was ist nur seit 2 oder 3 Wochen mit mir los? Ich kann gar nicht genug von Äpfeln bekommen und esse gut und gerne 1-2 pro Tag… diese saftige Süße…so wie Herbstsonne schmecken würde, wenn sie einen Geschmack hätte… was ist nur passiert?

Nichts… es ist einfach..

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Apfelsaison… 🙂

(was diese Erkenntnis zum Thema regionale, nachhaltige und gesunde Ernährungsgestaltung beitragen kann, überlasse ich gern mal jedem selbst…)

Rückblick: Meine September Challenge – mehr essen, nicht zunehmen!

Ich hatte Ende August ein ziemliches Tief… wahrscheinlich ein Stück weit psychologisch bedingt, da ja eine größere Veränderung im Tagesablauf anstand, neue Dinge in bestehende Strukturen rein mussten und ich als Teilzeit-Autist ja mit sowas gern meine Problemchen habe…

Den Großteil des Jahres habe ich nun mit einem Kaloriendefizit zugebracht, das sich zuletzt wie folgt zusammen setzte:

1200 kcal/Tag + Fitbit Schritte + Sportkalorien

Daran hatte ich mich auch (bis auf ein paar Ausreißer) auch immer gehalten, wobei mir durch die aufaddierten Aktivitätskalorien am Ende ohne Sport mindestens 1400-1500kcal zur Verfügung standen. Damit kam ich auch meist ganz gut hin, nur abgenommen habe ich nicht erwähnenswert… das hat ordentlich gefrustet! Nachdem ich aber insbesondere in den Wochen vor der Umstellung permanent (Kopf-)Hunger hatte, das schlechte Gewissen mich plagte, wenn man mal ein paar Kalorien zu viel hatte und ich vor Allem dauernd Knast auf sinnlose Kohlenhydrate schob, wußte ich, dass es Zeit für einen Break ist, zumindest für die Zeit der „Umstellung“ im Tagesablauf und bis sich die „Diet-Life-Balance“ wieder eingestellt hat.

Daher entschloss ich mich, ab Anfang September auf „Gewicht halten“ umzustellen.

Das bisher Erreichte ist wunderbar, ich mag mich und meinen Körper, meine neuerlangte Fitness und spüre nicht den unglaublichen Drang, es jetzt und sofort nochmal groß ändern zu müssen… Die letzten 5 Kilo sind eher ein „nice to have“ als ein „must“

Ich bemühte also einige der einschlägig bekannten Rechner und richtete mich dann vertrauensvoll nach der mfp-Vorgabe und habe jetzt

1580 kcal/d + Fitbit Schritte + Sportkalorien

zur Verfügung.

Das war sehr komisch, auf einmal „so viel“ essen zu „dürfen“, auch wenn man ständig predigt und allen begreiflich machen will, dass man mit Gewaltkuren mit niedrigsten Nettokalorien eher das Gegenteil erreicht…

Ich glaube nicht, dass ich mir mit meiner ursprünglichen Intake-Justierung meinen Stoffwechsel kaputt gemacht habe (bin schließlich nur 1.59m, da ist der Grundbedarf nicht mehr allzu hoch, aber letztendlich hat mir immer weniger Kalorien essen auch nicht geholfen, denn so richtig gefunkt mit dem Abnehmen hat es auch nicht und die seelische Zufriedenheit war definitiv immer weniger gegeben…

Jetzt das Fazit des Septembers in ein paar Zahlen:

Start am 01.09.: 66.5 kg

(also innerhalb meines diesjährigen Schwankungsrahmens 68-64 kg)

Die ersten drei Septembertage 2014 habe ich defakto damit zugebracht, alles in mich reinzuschaufeln, was ich mir sonst nicht, bzw. nur in kleinen Dosen erlaube.

Das MFP Tagebuch hatte ich gechlossen, aber weitergeführt und mit diebischem Vergnügen alles eingetragen, was ich in mich reingefüllt habe…

Die ersten beiden Tage habe ich es mit Sport und viel Bewegung sogar geschafft, trotz Völlerei im neuen Limit zu bleiben, aber am dritten Tag war es dann wirklich ein „Cheat-Day“ und zwar so heftig, dass ich dann irgendwann auch unangenehm voll war – und das Kalorienkonto gesprengt.

Was es alles gab?

  • Franzbrötchen
  • Fancy Coffees bei Starbucks mit Sahne
  • Eis
  • Fertig-Kakao
  • Kuchen
  • Doppelwhopper
  • Natas
  • Kekse
  • Schokolade (Tafelweise)
  • Croissants
  • und ein inzwischen rätselhafter Posten von 1000 kcal schnell zugefügter Kalorien am letzten Tag, den ich beim besten Willen nicht mehr zuordnen kann 😀

Seit dem 4.9. esse ich zwar immer noch die 1580+ Kalorien täglich, allerdings wieder weitaus gesünder. Ich gehe ja jetzt wieder täglich 8 Stunden zur Schule, sitze also leider wieder viel rum, aber zumindest bringe ich mir mein Essen selber mit und bemühe mich, gutes und leckeres Zeug vorzubereiten.

1. Zwischenstand am 07.09.: 64.9 kg

Warum auch immer ich nach diesen 3 Tagen absoluter Maßlosigkeit direkt mal anderthalb Kilo weniger wog, wird eines dieser ewigen Rätsel bleiben…

2. Zwischenstand am 17.09. : 66.7 kg

Nach zwei Wochen konnte ich also schon mal sagen: Gewicht halten klappt anscheinend auch mit knapp 1600 kcal am Tag + fitfit-Schritte + Sportkalorien innerhalb des o.g. Schwankungs-Rahmens

Dann kam noch das übliche Mädchengedöns dazu, was natürlich wieder Schwankungsvariablen ins Spiel brachte

Das viele Sitzen hat sich gewichtstechnisch allerdings noch nicht unangenehm bemerkbar gemacht wobei es ja zwei neue Faktoren gibt, die Einfluss nehmen:

  1. Man bewegt sich sehr viel weniger (versuche ich durch gehintensive Mittagspausen zu entschärfen)
  2. Man isst mehr und neigt zu „Langweile-Fressen“, wenn man den ganzen Tag am Rechner hockt (versuche ich durch Vorkochen und das Mitbringen von gesunden Snacks und Ablenkung im Zaum zu halten)

Die Disziplin generell aber, vor Allem zum Abend hin – ließ gerade in dieser Zeit schwer zu wünschen übrig!

Auch wenn ich mich im Kalorien-Rahmen bewegte, denke ich doch, dass manche Sachen nach dem Abendbrot eigentlich nicht mehr sein mussten, aber irgendwie doch immer noch den Weg in meinen Mund fanden… sehr nervig das und ich habe bis heute noch kein wirkliches Rezept, wie ich mich da auch in stressigen Zeiten mehr am Riemen reißen kann (ich weiß ja, daß ichs kann, habs ja schon gemacht, aber irgendwie schaffte ich es in den letzten Wochen und Monaten nicht immer…)

3. Zwischenstand am 25.09.: 65.4kg

Seit 22.9. hatte ich konsequent nochmal mehr auf „clean(er) eating“ gesetzt. Zwar immer noch im „Gewicht halten Modus“, aber nachdem die Waage irgendwann zwischen letztem Update und diesem Tag bei 67.5 stand, hab ich mich entschlossen, dass etwas mehr Obacht angesagt sein sollte… Nachdem das Wochenende dazwischen noch angereichert war mit Süßkram aller Art, geht es seit dem wieder sehr gesund und handgemacht zu. Weizen und Industriezucker sind soweit es geht verbannt und ich probiere viel Neues aus.

Das Gewicht fiel dann auch direkt wieder, aber immer noch im Schwankungsrahmen. Aber ich befand mich wenigstens wieder am unteren Ende der Skala… und immerhin wollte ich ja auch „Gewicht halten“… Dann zu hoffen, abzunehmen, wäre wohl doch sehr illusorisch (oder würde mir zeigen, dass ich das ganze „Umsatz-Rechnen“ doch nicht verstanden hätte…)

4. Zwischenstand am 26.9.: 64,8kg

Hier sieht man sehr schön, wie viel Schwankung von Tag zu Tag drin sind, ohne, dass man wirklich groß was anders macht…

Der Monat neigt sich dem Ende zu und ich war mit einer Woche relativ „sauber“ essen letztendlich da, wo ich Anfang des Monats nach meinen drei Exzess-Tagen angefangen habe…

5. Zwischenstand am 30.09. : 65,7kg

Gestern der letzte Septembertag und ich muß mir nun Gedanken machen, wie ich weitermachen will… Gewicht halten hat weiter prima funktioniert – auch mit täglich fast 1600kcal.

Gut zu wissen und beruhigend, dass man mit dem was man tut, nicht direkt in eine JoJo-Falle trampelt. Klar ich hab mich immer noch quasi unter meine eigene Aufsicht gestellt und mache mit der ganzen Loggerei und Trackerei sicher mehr, als andere Menschen bereit sind zu tun, aber da es funktioniert und von mir eher spielerisch und mit dem nötigen Spaß erledigt wird, sehe ich keinen Grund, damit aufzuhören.

Jetzt bleibt eigentlich nur noch zu entscheiden:

Nochmal Defizit einstellen und anzufangen mit der Nährstoff-Verteilung rumzuspielen, bzw. bestimmte Nährstoffe zu bestimmten Zeiten zuzuführen… Kohlenhydrate nur nach dem Training und so Späßchen… (mag alles seine Richtigkeit haben, ist mir aber schon wieder zu viel Gedöns und Chichi und Planung und Wissenschaft, so dass ich mich dazu derzeit nicht wirklich durchringen kann.)

oder

den Status Quo beibehalten und den Kopf eher auf andere (auch wichtige und spannende Dinge in meinem Leben) zu fokussieren und höchstens etwas an der sportlichen Disziplin schrauben… (wobei ich doch momentan auch mindestens 4 Sporttermine pro Woche realisiere! Eigentlich ein hervorragender Durchschnitt, mir aber kommt es lächerlich wenig vor. Will heißen, so richtig zufrieden bin ich derzeit nicht mit mir…)

Ich glaube, ich finde – zumindest bis auf Weiteres – Variante 2 sehr vernünftig und angebracht. 🙂

Also stay tuned, dann gibt es bestimmt bald wieder spannende Neuigkeiten von meiner Reise!

Yin, Yang und Yong – das Prinzip der sportlichen Dreieinigkeit

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Wenn man anfängt, sein Leben umzukrempeln und aktiv wird, ist es erstmal ziemlich schnuppe, was man genau macht, hauptsache, man sperrt den fetten Schweinehund mehrmals in der Woche irgendwo ein und bewegt sich ausgiebig und schweisstreibend.

Je tiefer man allerdings in die Materie eindringt, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich und man beginnt vielleicht, sein Training zu intensivieren und der Wunsch erwacht, nicht nur mehr, sondern auch optimierter zu Werke zu gehen…

Wenn man wie ich eher der pi-Mal-Daumen-Typ ist, geht das mit viel Quer-Lesen und rumbasteln und Trial and Error vonstatten. Manch anderer absolviert mit ähnlichem Erfolg ein Freizeitstudium der Sportwissenschaften und wägt akribisch professionelle Trainingspläne gegeneinander ab und braucht etwas, an das er sich fortan minutiös halten kann…

Wie dem auch sei, im heutigen Artikel möchte ich einfach darüber berichten, warum ich heute trainiere, wie ich trainiere und warum ich besonders das Einbeziehen von Bewegungsformen, wie Yoga, QiGong oder auch TaiChi für besonders wichtig halte.

Bevor ich meine eigenen Gedanken zum Besten gebe, möchte ich hier einmal ganz bewußt aus Arnold Schwarzeneggers Buch „Bodybuilding für Männer“ zitieren, welches ich (obwohl ich augenscheinlich nicht Zielgruppe bin) für ein ganz wichtiges Buch für alle halte, die die Motivation und eine umfassende Einführung auf dem Weg in ein gesundes Leben suchen… here we go:

 

Was ist Fitness?

Physische Fitness schliesst die Entwicklung aller physischen Fähigkeiten des Körpers ein…

…Neben dem progressiven Gewichtstraining bin ich immer viel gelaufen und hatte auch Streckübungen im Programm. Meines Erachtens hat die umfassende Fitness drei Komponenten:

1. Aerobe Leistungsfähigkeit. Bei aerober Aktivität wird viel Sauerstoff verbraucht. Der Sauerstoff wird durch das Herz-Kreislaufsystem zu den Muskeln geleitet. Dieses System entwickeln wir durch Dauerübungen mit hoher Wiederholungszahl. Laufen, seilspringen, schwimmen oder radfahren sind beispielsweise geeignet.

2. Flexibilität. Im Laufe der Zeit verkürzen sich Muskeln, Sehnen und Bänder, so daß der Bewegungsspielraum eingeengt und die Verletzungsgefahr erhöht wird. Dieser tendenz können wir jedoch mit Streck- oder Yogaübungen entgegenwirken.

3. Muskel-Verfassung. Es gibt nur eine Möglichkeit die Muskeln zu entwickeln und zu kräftigen: Widerstandstraining. Wenn die Muskeln bei der Kontraktion Widerstand überwinden müssen, passen sie sich diesem Belastungsgrad an. Und genau das erreichen Sie am Besten mit Gewichtstraining.

Arnold Schwarzenegger – Bodybuilding für Männer – Erstveröffentlichung 1981

Seit 1981 hat sich eine Menge getan… Frauen (also ich 😉 ) fühlen sich von Arnolds Buch angesprochen und trainieren mit den Jungs um die Wette… und die schlichte Wahrheit im oben zitierten Abschnitt (immerhin empfiehlt Arnold Schwarzenegger schon 1981 YOGA!!!! – aber er hat ja schliesslich auch Balletstunden genommen, von daher wundert mich das gar nicht!) hat Millionen von Fitnesstrends überlebt und ist heute so gültig wie damals.

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Ich möchte nun zusätzlich zu den positiven körperlichen Benefits dieser Trainings einen weiteren Faktor ins Spiel bringen, der dafür spricht, die empfohlene Dreiteilung für sich zu entdecken. Nämlich die seelisch/psychologischen Aspekte.

Arnold Schwarzenegger weist lediglich auf die körperlichen Vorteile hin, ich möchte weiter gehen und behaupten, dass jede der drei Trainingsformen wichtige seelische Bedürfnisse des Trainierenden befriedigt, die für einen erfolgreichen Prozess von Gewichtsreduktion und Erlangung einer guten Fitness absolut wichtig und mehr als hilfreich sind:

Durch regelmässiges Ausdauertraining (und hier zähle ich zusätzlich zu Arnolds Vorschlägen natürlich auch das Walken dazu) und die dadurch erreichte Stärkung des Herz-Kreislaufsystems steigt generell das Wohlbefinden, die Ausdauer beschränkt sich nicht nur auf die sportliche Aktivität, sondern hält Einzug in das gesamte Leben. Viele Dinge fallen einem plötzlich leichter. Man schwitzt und japst nicht mehr so schnell und traut sich generell wieder etwas zu, ohne direkt Angst zu haben, Seitenstechen und ne rote Birne zu bekommen Ausserdem berichten viele Ausdauersportler von dem angenehmen Gefühl, das durch die positive Monotonie der Bewegungen ein hervorragendes „Abschalten“ möglich ist. Man bekommt im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf frei, kann neue Gedanken fassen, den Tag verarbeiten und stresslos Pläne für die Zeit nach dem Training machen. Andere schätzen vielleicht die konzentrierte Geselligkeit von Laufgruppen, in denen jeder seinen eigenen Plan verfolgt, aber dabei nicht allein ist.

Krafttraining sorgt wie schon beschrieben dafür, dass die Skelettmuskulatur gestärkt wird, im besten Falle wächst und somit insgesamt den Kalorienumsatz des Körpers erhöht, da der Erhalt der Muskeln viel Energie erfordert. Hinzu kommt insbesondere beim Krafttraining mit schweren Gewichten das Gefühl, etwas zu leisten, eine Sache zu schaffen, was einen wirklichen Boost für Selbstbewusstsein und Ego zur Folge haben kann. (Natürlich ist man auch stolz, wenn man gute Zeiten läuft oder das erste Mal 5 oder 10 km am Stück durchgejoggt ist, aber ich persönlich empfinde das Gefühl beim Krafttraining einfach noch mal intensiver, wenn ich 3 saubere Sätze mit einem fordernden Gewicht abgeliefert habe.) Hinzu kommt, dass man schnell lernt, dass für ein erfolgreiches Training absolute Fokussierung und Konzentration nicht nur hilfreich, sondern obligatorisch ist… Um gut und hart zu trainieren, muss man lernen, den Stress des Tages für den Zeitraum des Trainings auszublenden, damit man sich auf das, was man schaffen will, konzentrieren kann. Nebenbei baut man dann in den meisten Fällen den negativen Stress auch noch auf natürliche Art ab, wenn man sich ordentlich auf das Training fokussiert und fühlt sich hinterher zwar ausgepowert aber zufrieden und ausgeglichen.

Bleibt noch die dritte Komponente. Dem, was viele entweder komplett ausblenden oder aber dazu neigen, es gleich obssessiv zu betreiben und die anderen beiden Bereiche zu vernachlässigen… Yoga ist in aller Munde und in allen Studios ein fester Bestandteil der Trainingspläne. Yogaschulen schiessen aus dem Boden und auch „exotischere“ Bewegungs- und Entspannungsformen wie QiGong und TaiChi haben Hoch-Konjunktur und manchmal hat man das Gefühl, auf jeden Übenden kommen mindestens zwei Lehrer. Aber auch die Bedeutung der Faszien für den Bewegungsapparat und die allgemeine Gesundheit spricht sich mehr und mehr rum und Foamroller, Blackrolls und Thai-Massage sowie Yin-Yoga werden immer beliebter und salonfähig.

Des gesundheitlichen Aspekt aller Dehn- und Streckübungen als fester Bestandteil des Trainings ist also bereits behandelt worden, bleibt noch der metaphysische Aspekt von solch „weichen“ Bewegungsformen, wie den oben aufgezählten: Es tut der Seele einfach gut. Wir leben in einer hektischen Zeit und nun kommt auch noch der ganze Sport und das Ernährungsgedöns dazu, manchmal dröhnt der Schädel und die Gedanken hören gar nicht mehr auf zu kreisen… Da tut es gut, mal für eine Stunde ganz bei sich zu sein, den Kopf „leer“ zu machen und sich nur auf sich selber und seinem Wohlergehen zu konzentrieren, ohne dass man dabei hunderte von Kilo durch die Gegend wuchten muß.

Diesmal wirklich lange Rede und kurzer Sinn:

Ich achte darauf, alle drei Bereiche ausgewogen in mein Training einzubeziehen. Ausdauer- und Krafttraining halten sich meist die Waage, ab und an gebe ich meinen Stimmungen nach und dann ist mal eine Zeit das eine dominanter als das andere, aber meist komme ich auf je zweimal die Woche Laufen und Krafttraining. Hinzu gehe ich mindestens einmal die Woche in einen Yoga- oder QiGong-Kurs und stretche grundsätzlich nach dem Gewichtetraining den ganzen Körper für ca. 15-20 Minuten.

Pixie