Bei den Luftgitarren war dann Schluss… – Bokwa für Anfänger

Ich bin ja für jeden Scheiß zu haben und besonders neue Workouts probiere ich immer gern aus…

So kam mir dann das jährliche kick-off-Event von sportspass (einer sehr löblichen Hamburger Institution, die mit kleinstem Monats-Beitrag eine schier unglaubliche Vielfalt an Sportangeboten realisiert) natürlich sehr entgegen, denn hier bekommt man – wie sonst kaum möglich – an einem Nachmittag die geballte Möglichkeit, sich neue Fitness-Trends in Action zu Gemüte zu führen…

Piloxing habe ich ja an dieser Stelle schon ausführlich besprochen, damit haben wir gestern den Nachmittag schweißtreibend begonnen.

Danach stand dann Bokwa auf dem Plan und auch die Tatsache, daß der Trainingssaal hoffnungslos überfüllt war, konnte mich nicht abhalten, voller Vorfreude und positiver Erwartung in das zweite Workout des Tages zu stürzen… am Spiegel klebten eine große „7“, ein Pfeil und noch ein Schild, das bereits aus der zweiten Reihe nicht mehr lesbar war… Versprochen wurde uns „keine Choreographie“ und „kein Schrittezählen“, ganz viel Spaß und Party… ich war gespannt!

Die Musik kickte ein, es war einer der üblichen Workoutmixe, wie man sie in eigentlich jeder Group-Fittness-Class kennt, einige aus den Charts bekannte Klänge, etwas Lateinamerikanisches, alles auf die entsprechende Beatzahl hochgepitcht, nichts Außergewöhnliches…

Karla+zumba+fitness

Hier mal die Beschreibung laut eigener Webseite:

What Is Bokwa®?

Bokwa® is a new and completely different approach to group exercise that is rapidly spreading across the globe.

Bokwa® participants draw letters and numbers with their feet while performing an energizing and addictive cardio workout routine. Moving together to today’s most popular music, participants off all ages draw the Bokwa® L, 3, J, K and dozens of other steps.

Bokwa Is Different

No Counting Steps

Because Bokwa® steps are structured and based on the forms of letters and numbers, doing Bokwa® does not require you to count steps, like a traditional 8 count followed by most dance fitness programs. Simply feel the music and freely move with the beat. And the dozens of other class participants that are sharing the energy and excitement with you.

No Choreography

Once you know the step, you own it and can do it without following an instructor’s personal choreography. Because the steps follow the same structure, whether you are doing it in Taiwan, Australia, England or the US, Bokwa® is truly universal.

Today’s Popular Radio Hits

We do Bokwa® to popular music that appeals to a global audience. The music is energizing and addictive and it is likely the same feel good songs you listen to in your car.

Everyone Can Do Bokwa®.

Because the steps are structured as letters and numbers everyone can do Bokwa®. 4-year-old kids.75 year old men and women. People with two left feet who cannot dance. World champion Latin and ballroom dancers. All having a terrific experience in the same class!

It Does Not Feel Like Working Out At All.

Because of the energizing music, the fun and predictable steps and great motivation coming from people moving together to music, participants become addicted to Bokwa®. You would not even realize you were burning up to 1,200 calories in one workout.

Quelle:http://bokwafitness.com/what-is-bokwa/

Nun ja… keine Choreografie und kein Schrittezählen halte ich in diesem Zusammenhang für eine gewagte Aussage. Denn letztendlich läuft es ja doch darauf hinaus, dass man eine Schrittfolge auswendig lernen muß, ob man nun eine ganze Choreo einstudiert oder einen „Buchstaben tanzt“ (was ja für uns Waldorf-Lästerer eh eher einen Witzfaktor besitzt, als ein ernst zu nehmendes Fitnesskonzept darstellt) – zumal der von uns gestern getanzte Buchstabe (oder war es doch die rätselhafte Nummer 7 am Spiegel) mir zu keiner Zeit ersichtlich/erschließbar/nachvollziehbar war oder erklärt wurde…

Und ich bin ja nun auch nicht mehr neu in Sachen Group-Fitness und obwohl bekennende Tanzkartoffel so doch nicht ganz unrhythmisch von der Grundkonstitution her… aber so richtig hab ich den Groove leider nicht gespürt und kam mir irgendwie wie ein ferngesteuerter Zombie vor, der dem Beat immer ein paar Takte hinterherschlurft… unsexy!!!

Klar, es war verdammt voll… das Konzept von Bokwa scheint generell recht raumgreifend zu sein und wenn in einem kleinen Raum mit schätzungsweise 120 Leuten ungefähr 110 noch nie Bokwa gemacht haben, ist Chaos vorprogrammiert… Vielleicht wäre da eine andere Choreo (ja, ich nenne das jetzt einfach so), sinnvoller gewesen, die nicht pro Person schätzungsweise 10qm freien Raum verlangt…

Party mach ich gerne, aber ich mag es nicht, wenn ich während eines Workouts (oder in der Disse) permanent dazu aufgerufen werde, lautstark „heeeeeeeeyyyyy“ und „hooooooooooooo“ zu brüllen, um meine Lebensfreude zu demonstrieren. (Zumal ich denke, wenn ich noch genug Luft habe, dieses zu tun, trainiere ich nicht hart genug…)

Was so eine Schnupperstunde sicher nicht leisten kann, ist eine komplette Einschätzung, was Bokwa mittel- und langfristig für mich tun könnte, was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war die buchstäbliche Einseitigkeit der Schritte… selbst der Meister aller Improvisatoren, mein Zumba-Gott Joaquin, vermag es stets, beide Körperseiten/Extremitäten wenigstens halbwegs gleichmäßig anzusprechen… Gestern sind wir – bedingt durch den Grundschritt – immer wieder in den gleichen Bewegungen gelandet, es fand keine Umkehrung statt, so daß man auch mal das linke Bein nach vorne werfen und das rechte hochziehen konnte…

Und nach 37 Minuten kam dann der Punkt, an dem ich beschloss, daß Bokwa nichts für mich ist: Sie hat die Luftgitarre ausgepackt… Das liegt nun an mir persönlich und der Tatsache, dass Luftgitarren für mich eher in verrauchte Rockschuppen gehören… am besten von schwer angetrunkenen Finnen praktiziert… und nicht in einen überfüllten Workout-Saal…

So hab ich dann in diesem Moment für mich entschieden, daß es für diesen Tag genug mit Bokwa gewesen sein sollte und hab mich verdrückt – in der Hoffnung, es würde bei deepWORK besser werden…

Ob das geklappt hat… lest ihr dann im nächsten Artikel 🙂

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Der Teufel wohnt in meinem linken Laufschuh…

…und er wirft gern mit Steinen!

Vor jedem Lauf inspiziere ich meine Laufschuhe akribisch, denn nichts hasse ich mehr, als beim Laufen Steine im Schuh zu haben.
Das heißt, ich laufe immer mit geprüft steinlosen Schuhen los. Ich schlurfe nicht. Schon gar nicht einseitig! Und vor allem nicht beim Joggen!
Trotzdem habe ich spätestens auf halber Strecke den Grand Canyon im Schuh. Im linken Schuh. Immer im linken Schuh!

Daraus folgt für mich:

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Der Teufel ist kein Eichhörnchen. Er ist kleiner. Und er wohnt in meinem linken Laufschuh. Was er dort macht?
Mit Steinen werfen… 😉

Clever kombiniert – Piloxing

Piloxing ist ein neues interdisziplinäres Intervalltraining, dass Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit des Boxens mit der Flexibilität von Pilates verbindet. Abgerundet wird das von der schwedischen Trainerin Viveca Jensen entwickelte Training mit toller Musik und sexy Tanzbewegungen die Spaß machen.

Quelle: „Das Netz“ 😉

piloxing

Bin ja normal keine, die jedem Trend nachrennt und nachdem mich auch die ersten Videos auf YouTube nicht so richtig fesseln konnten, hatte ich schon ein bißchen hin- und herüberlegt, ob ich wirklich Piloxing ausprobieren soll… Da nun aber mein Dienstags-QiGong-Termin in absehbarer Zeit wegfallen wird und zufällig dieses neue, merkwürdige Wort im neuen Kursplan meines Gym auftauchte, dachte ich mir: „Versuch macht kluch“ und außerdem warten eine ganze Reihe liebe Leute auf meinen Bericht – nun, hier kommt er!

Sport… unendliche Möglichkeiten… wir befinden uns in einem Zeitalter verwirrender Angebote… dies sind die Abenteuer des kleinen Abnehmanarchisten, der viele Kilos vom Ausgangsgewicht entfernt unterwegs ist, um neue Workouts zu probieren, neue Muskelgruppen zu erforschen und noch nie dagewesene Bewegungen zu versuchen… Der kleine Abnehmanarchist bekommt dadurch Muskelkater an Stellen, von denen nie ein Mensch zuvor gehört hat….

Pixie

Der in meinen Ohren (sowohl englisch als auch deutsch ausgesprochen) immer noch seltsam klingende Name PILOXING setzt sich also aus den Komponenten PIL(ates)+(b)OXING zusammen und verspricht somit kräftige Punches, athletische Fußarbeit, rhythmisches Hüftschwingen sowie fordernde Gleichgewichtsposen und balletartige Körperhaltungen… So richtig was Neues ist es ja eigentlich in seinen Einzelkomponenten nicht, denn geboxt und getanzt wird nun schon seit Menschengedenken und Pilates auch nur ein paar Tage kürzer ;), aber in der Kombination kommt tatsächlich eine pralle, lebendige Stunde voller Spaß und Schweiß heraus.

Das ganze System wurde von oben genannter (SEHR blonder) Dame erdacht und neben den üblichen Merchandise-Artikeln wie Tights und und Tops sei insbesondere erwähnt, dass es zum einen extra Gewichtshandschuhe (pro Hand 300g) sowie spezielle Piloxing-Socken gibt. Diese gleichen wohl in der Standardausführung unseren guten alten ABS-Socken, allerdings weniger fleecig und flauschig sondern richtige Sportsocken und die Rubberdots sind etwas kleiner und dichter aufgeflockt (und hoffentlich haltbarer als die auf den Socken, die ich bisher hatte). Es gibt auch noch etwas exotischere Modelle, mit ganz ohne Zehen, mit 10 Einzelzehen… im Sandalenstil mit ganz ohne Zehen… wenn ich es mir genau überlege, möchte ich darüber eigentlich nicht sprechen…(und ich werde auch KEIN BIld posten) 😀

Man (wie nennt man das eigentlich… piloxt????) also barfuß oder auf Socken… Tat mir gestern gar nicht gut, habe an beiden großen Onkeln und den Fußballen gigantische Blasen…

aber:

No Pain No Gain!

Über das weitere Vorgehen (bzw. die Vermeidung) hier muß ich mir also noch Gedanken machen, denn ich bezweifle, dass mich einfache Antirutschsocken vor immer wiederkehrenden Blasen bewahren werden… ich tendiere zum Tapen, muß das aber noch ausprobieren…

Nun ist es also raus:

Ich werde wieder hingehen!

Und ja, es macht Spaß!

Und ja, es ist anstrengend!

Und ja, ich bin eine Tanzkartoffel!

Und ja, es ist mir egal!!!!! 😀

 piloxing2

Aber genug geschwätzt, jetzt mal Butter bei die Fische… was passiert nun eigentlich beim Piloxing:

Geboten wird, untermalt von hochgepitchter aktueller Dancemukke, ein schweißtreibendes Full-Body-Workout das vor allem gut in die Beine geht (besonders praktisch, wenn man den Tag vorher Legday hatte, ich glaub, ich muß da mal was umstellen…*winsel*) Man muß viel in die Knie, tänzelt und springt viel und muß dann schlußendlich im pilatesken Teil die Beine in verschiedensten Winkeln vom Körper abspreizen und dann für unmenschliche Zeit halten…

Und klar, es gibt jede Menge Schlagkombos und tänzerische Armbewegungen, aber zumindest in der ersten Stunde waren die Kombos nicht halb so kompliziert, wie die Choreos, die ich seinerzeit beim FitFight einfach nicht auf die Kette bekam, weil sie aus schätzungsweise 20-30 Einzelmoves bestanden, die ich mir (als Nichttänzer) einfach nicht merken kann… Ich fand die Länge der Kombos und ihre Zusammensetzung aus wenigen Schlägen und Sprüngen genau richtig, um ordentlich ins Schwitzen zu geraten, aber nicht, weil man den Anforderungen nicht folgen kann und sich doof fühlt, sondern eben WEIL man es kann und dadurch ordentlich power gibt. Dass ich nun nach 2 Jahren Zumba mit Joaquin zumindest den Samba-Grundschritt kann, hat mich wohl gestern ein bißchen gerettet… das machte mich sogar ein ganz klein wenig stolz, dass ich den Schritt jetzt zumindest abrufen kann…

Ich denk mir mit den Gewichtshandschuhen kann man die Anforderungen für den Oberkörper nochmal hochsetzen, aber wenn man den Körper ordentlich unter Spannung hält (das kennen wir ja schon vom DDP-Yoga), dann wird aus einem Cardio-Workout gleich eine kleine Kraft-Einheit.

Besonders tückisch waren gegen Ende die Bauchmuskel-Übungen im Stehen, denn wenn man bisher hauptsächlich crunches und reversecrunches im Liegen diesbezüglich gemacht hat, ist es eine echte Herausforderung, plötzlich ein angewinkeltes Bein seitlich zu heben und gleichzeitig den Ellenbogen mit einer kontrollierten Beugung des Rumpfes in Richtung Knie zu bewegen… mehrfach!!!! Gut, das üben wir also noch ein bißchen… Jedenfalls waren wir alle froh, als wir uns für ein paar letzte Stretchübungen dann doch noch eine Yogamatte schnappen und uns hinlegen durften.

Ich für mich fand sehr positiv, dass man unserer Trainerin ansehen konnte, wie sehr sie selbst Spaß hat, dass sie selbst auch ordentlich ins Schwitzen gekommen ist und sehr sympathisch auch, daß sie selbst auch ab und an bei den Balance-Parts ein bißchen gewackelt hat und dadurch sehr authentisch und mutmachend auf uns Newbies wirkte. Keine „Miss Perfect“, wie die Damen teilweise in den Videos daherkommen, sondern ein aktives, fittes, sympathisches und mitreißendes „Girl Next Door“, das mit Freude einen klasse Sport vermittelt.

Wer also in und um Hamburg wohnt, dem sei Piloxing herzlich empfohlen, erste Anlaufstelle z.B. auf Facebook mit aktuellen Events, Kursangeboten und viel Spaß und Motivation.

Ach ja und wen es interessiert: Ich habe in 60 Minuten Workout gestern 468 Kalorien verbrannt 😀

21,0975 Kilometer und die Stimmen

Hab mich heute spontan zum 21. Hella-Halbmarathon in Hamburg angemeldet…

Meine inneren Stimmen laufen gerade ein bisschen amok…

Stimme 1 (komplett entspannt):  21.06.2015… noch massig Zeit…

Stimme 2 (hysterisch): 21.06.2015… das ist quasi schon fast übermorgen…

Stimme 3 (erschüttert): das sind über 21 Kilometer… du läufst gerade mal 10 derzeit…

Stimme 4 (bibbernd): Dir ist klar, dass es im Winter scheissekalt da draussen ist… wie willst du da regelmässig trainieren?

Stimme 5 (euphorisiert): hey, da laufen viele coole Leute mit, hinterher gibts sicher ne geile Paaaaaaaartyyyy!!!! (*singt schief* „atemlos durch die Nacht…“)

Stimme 6 (generalstabsmässig): Wir haben ein Ziel, ab morgen muß hier sofort wieder mehr Disziplin herrschen!!!!!

Stimme 7 (hektisch): Muss ich jetzt auf Kaloriendefizit gehen, um möglichst schnell Ballast loszuwerden? Oder auf „Halten“ lassen, um das Training durchzustehen? Oder Ernährung umstellen? Was machen wir nur mit dem Gym und wenn, dann was trainier ich jetzt da?… und mit dem Zumba? Hab ich da überhaupt noch Zeit für?… und überhaupt… wir müssen sofort alle Pläne umwerfen, neue aufstelle, alles verändern und das Rad neu erfinden… hilfe… hilfe… hilfe

Stimme 8 (hämisch): Das schaffst sie doch nie….

Stimme 9 (zickig): Natürlich schafft sie das… wer 10 km laufen kann, kann auch 21 laufen! Warum? Weil ich das sage!!!!

Stimmen 10-378 (tumultartiges Gemurmel)

ICH: RUUUUUUUUUHEEEEEEEEEEE!!!!!!!

Jetzt haltet die Klappe und chillt mal! Ich lass das jetzt mal sacken und dann mach ich mich dran, eine sinnvolle Vorgehensweise zu erdenken… die wird wahrscheinlich im Wesentlichen so aussehen:

Ich geh raus und laufe! Erst länger, dann schneller!

So bin ich halt… ich mache… und dabei denke ich… und wenn mir beim Machen einfällt, wie man es besser machen kann, mach ich es beim nächsten mal dann halt besser.

PS: Dieses Konzept ist an sich prima, allerdings nur mit gesundem Realismus adaptierbar… Wenn Du noch ein Sportanfänger bist, ist möglicherweise ein Halbmarathon nicht die geeignete Einstiegsdroge… suche dir einen Einstieg, der deinem aktuellen Fitness-Level enspricht, zB Walken, moderates Krafttraining oder Zumba und taste dich langsam an die bekloppten Sachen ran. Wichtig ist nicht, was du tust, sondern DASS du es tust!!! 😉

Von Tanzkartoffeln und Samba-Bunnies, oder: Wie man einen Zumbakurs überlebt

Zumba macht Spass, während man quasi nebenbei bei heisser Musik fit wird und auch noch eine Menge Kalorien verbrennt.

Deshalb ist Zumba wahrscheinlich auch so beliebt. Überall schiessen Kurse aus dem Boden und fast überall sind diese auch gut bis sehr gut besucht und man ist froh, wenn man in seinem Kurs genug Raum hat, um sich richtig auszutoben.

Auch zum Zumba bin ich eher zufällig während meiner Sportsuche Anfang 2013 gekommen. Sportspass bietet klassisches Zumba nach (soweit ich weiss) lizensierten Vorgaben an, aber eben auch das sogenannte Zum-Dance… Darunter fällt alles, was Zumbaelemente im weitesten Sinne enthält und mit verschiedenen Tanzelementen kombiniert… Da gibt es „Latin-Oriental Fire“ und noch das eine oder andere mehr. Und es gibt Joaquin… (dahinter kommen noch ungefähr 10 undglaublich feurig klingende brasilianische Namensbestandteile, aber im Grunde sind Namen nur noch Schall und Rauch, wenn man einmal dieses Energiebündel live erlebt hat…)

Man nimmt eine Menge in Kauf für diesen Kurs: einen riesigen, überfüllten, miefigen und unclever eingerichteten Grossraum-Umkleideraum mit ekliger Gruppendusche, einen blöden, langen (stinkenden, weil eklige Gruppendusche) Heimweg und einen völlig überfüllten Kursraum durch dessen riesige Fenster jeder reinstiert, der ins Sportspass will…

Und das alles nur um sich binnen 50 Minuten komplett alle zu machen, ca. 20 l Schweiss zu verlieren, 3 Tage Muskelkater im Hintern und den Oberschenkeln zu haben und sich trotzdem 60% der Kurs-Zeit wie ein Elefant im rosa Tütü inmitten von grazilen Flamingos zu fühlen…

Aber das ist einfach völlig egal, wenn man einmal Blut geleckt hat…

Ich stand dereinst dort, wog über 100 kg und hatte Null Plan von gar nichts… ich war vor Jahren, ein paar Mal in einem Zumbakurs gewesen, aber das half mir in dem Moment gar nichts, denn nachdem ich die ersten 2 Minuten mit leichtem Stretching noch halbwegs überstanden hatte, dröhnten nun plötzlich immer schneller und schneller werdenden Sambarhythmen durch den Raum und ich war verloren…

Eigentlich ein Grund zu fliehen und nie mehr wiederzukehren, aber dann bemerkte ich, dass auch tatsächlich ein Trainer im Raum war… eben schon erwähnter Joaqin… wilde Mähne, barfuß, ein breites Grinsen, südamerikanisches Temperament und ansonsten weder ein Instructor-Micro noch irgendwelche anderen Zeichen wie und was man tun soll…

Ich bin sogar bis heute der Meinung, dass es zu keiner Stunde ein Konzept, einen Plan oder sonstige Vorbereitung gibt… Es gibt nur die Musik und Joaquin… und das was in dem Moment in ihm vorgeht, wird dann die Zumba-Stunde… Natürlich gibt es ein paar Grundschritte, die man wiedererkennt, wenn man ein paarmal da war und sobald das geschieht, wird es leichter, bis dahin lautet das Motto Improvisation und immer in Bewegung bleiben, egal wie…

Es gibt ein paar Tricks, mit denen man sich am Anfang über die totale Ahnungslosigkeit retten kann:

  • Stell dich nie in die erste Reihe, auch wenn du meinst, von dort aus den Instructor besser sehen zu können. Das macht nur Sinn, wenn der Trainer erhöht auf einer Bühne steht, so dass man jederzeit freien Blick hat. Wenn der Raum verspiegelt ist, kann dich der unverstellte Anblick deiner rhythmischen Unfähigkeit schon arg runterziehen, und zusätzlich auch noch eine spiegelwandbedingte Rechts-Links-Schwäche auslösen…
  • Lieber einen netten Platz in der zweiten oder dritten Reihe suchen und auch wenn man so nicht zu jeder Zeit den Trainer komplett sehen kann, es gibt es immer jemanden, der es kann in den Reihen vor einem… an deren Schritten kann man sich prima orientieren und einfach hinterher hoppeln.
  • Aber bloss nicht eine von denen, die meinen, sie hätten den Samba erfunden, denn die basteln in ihre Bewegungen gerne kleine Extraschritte, -drehungen und -schlenker ein, die man als Newbie einfach nicht bringen kann und so ratzfatz wieder raus ausm Konzept ist…
  • Ich musste mich am Anfang schlicht und einfach entscheiden… Arme ODER Beine… beides koordiniert und auch noch in entgegengesetzte Richtungen zu bewegen und im Takt zu bleiben erwies (und erweist sich zum Teil bis heute) als komplett unmöglich. Ich entschloss mich für Beine, da es mir wichtiger schien, die Schritte zu lernen, als zu wissen, ob ich jetzt Kreise, Pumpbewegungen oder Wellen machen muss….

Und so tanzkartoffelt man sich sich von Lied zu Lied und merkt gar nicht, wie die Zeit verfliegt.

Und das Schöne: Man ist nie die einzige, die ihren Hintern nicht so schwingen kann, wie die Mädels in den Musikvideos und die nach drei Schritten innehalten muss, um zu warten, bis die eigenen Füsse wieder vorbeikommen und man weitermachen kann 🙂

Jung und alt feiern für eine Stunde lang eine Party und wenn man öfter kommt, wird man damit belohnt, dass man irgendwann Lieder wieder erkennt und die entsprechenden Schritte zuordnen kann…

Es ist wie immer und überall… je öfter man etwas macht, um so besser wird man darin.

Obwohl ich natürlich nie eine Salsatänzerin werde (obwohl ich mich generell nicht für rhythmisch komplett unbegabt halte), aber manchmal, für den Bruchteil einer Sekunde, darf man ruhig glauben, dass man mal genauso biegsam und gelenkig wird, wie der feurige Joaquin da vorne, der Hintern und Hüften kreisen lässt, als gäbe es kein morgen…

Ich war inzwischen schon in vielen Zumba-Kursen und auch die eine oder andere Zumbaparty habe ich schon mitgemacht (einsamer Höhepunkt: 3 Stunden Zumba in der Wittener-Stadtgalerie nach Geschäftsschluss unten vorm Elektrofachmarkt auf der Freifläche vor den Fressbuden… 3 Stunden durchgetanzt und keinen Move ausgelassen! – aber ich schweife ab -)

Jedenfalls haben alle Zumba-Veranstaltungen bisher eins gemeinsam gehabt: Freundliche Menschen, die – ohne auf Alter, Nationalität, Geschlecht, Gewicht oder tänzerisches Können zu schauen – zusammenkommen, um gemeinsam Spaß zu haben.

Also wer Freude an Bewegung zu fetziger Musik hat und sich bisher nur nicht getraut hat, dem kann ich sagen: Nur Mut! Gebt dem Ganzen eine Chance, geht ein paar Mal hin, auch wenn es am Anfang scheint, als ob ihr es nie lernen werdet. Ihr werdet, und es geht schneller als ihr denkt!

Ein Wort zum Kalorienverbrauch:

MFP gibt übrigens (in Zusammenarbeit mit dem Zumbaverband höchstselbst) sehr hohe Kalorienwerte für Zumba vor… bei meinem aktuellen Gewicht soll ich fast 650 kcal pro Stunde verbrennen. Das ist sicher auch möglich, wenn man alle Choreografien perfekt beherrscht UND Arme und Beine zu jeder Zeit koordiniert bewegen kann… Ich kann das auch nach anderthalb Jahren nicht und auch wenn ich mich noch so anstrenge, gibt mir mein Brustgurt angelehnt an meine Herzfrequenz einen (immer noch sehr guten) Wert von 430 kcal pro Stunde aus. (Referenzwerte: 1.59m und derzeit 65 kg, durchschnittlicher Puls: ca. 135 bpm)

Vom Walker zum Runner

Ich war immer echt gut im Schulsport… Höher, schneller, weiter war mein Motto und eine Note schlechter als 1 eine persönliche Beleidigung… es gab nur eine Sache, die ich wirklich, wirklich immer gehasst habe: alles, was mit Laufen jenseits der Sprintdistanz zu tun hatte. Ich war nicht nur schlecht… Ich war unterirdisch! Wenn es hiess, wir gehen in den Park zum Laufen, ging die Laune rapide in den Keller weil ich schon vorher wusste, dass ich grausam verkacken würde. Nun war ich früher schon immer etwas stämmiger als alle anderen und so war der Grund für mein „Versagen“ schnell gefunden:

Du bist halt zu dick zum Laufen… Du wirst das nie können…

Sportlehrer

BÄÄÄÄÄÄM Voll in die Fresse!!!!!

Über eine sinnvolle Herangehensweise beim Laufen sind wir übrigens nie informiert worden, während der ganzen Schulzeit nicht… Laufen war etwas, das machte man einfach… Man lief los und hörte nach 1000 Metern wieder auf… Dass sich eine pummelige Sechstklässlerin spätestens nach 500 Metern heulend und kotzend auf dem Boden wand, war halt eben so und niemand hielt es für nötig, ausser Noten für die erbrachten Zeiten auch ein paar sinnvolle Tips zu vergeben…

Wenn man diese Vorgeschichte kennt, kann man vielleicht verstehen, warum das Thema „Laufen“ ein ganz Besonderes für mich war und ist…

Über die Jahre immer schwerer und unsportlicher geworden, war es für mich eigentlich immer ein Naturgesetz, dass ich niemals werde Joggen können… Wann immer ich Versuche unternahm, abzuspecken, gab es auch immer den einen oder anderen Ausflug bei Nacht und Nebel um um den Block zu rennen… Mit desaströsen Ergebnissen jedes Mal… nach wenigen Metern Seitenstechen, völlig außer Puste und durchgeschwitzt, schmerzende Oberweite und Knie sowie mental komplett zerstört und wieder einmal bestätigt in der These, dass ich niemals würde joggen können.

Dann kam das denkwürdige Jahr 2013… das Jahr in dem alles anders wurde…

Gleich zu Beginn meiner Reise hatte ich mich ja schon zum „Walker“ gemausert und war seit dem mehrmals wöchentlich auf den Füßen…

Aber irgendwie nagte es an mir, dass das doch nicht alles sein könne… Der längst verschüttete Ehrgeiz erwachte und bevor ich noch so richtig drüber nachdenken konnte, hatte ich eines Tages schon einen Zahn zugelegt, einfach mal, um zu schauen, wie weit ich komme…

Nicht sehr weit, um ehrlich zu sein… nach wenigen Metern war ich schon wieder völlig durch und japste und schnaufte und hatte meine liebe Müh, das Seitenstechen wieder wegzuatmen… Aber ich gab nicht auf… nachdem sich der Atem wieder normalisiert hatte, versuchte ich es gleich normal, wieder war nach wenigen Metern die Luft raus… also wieder weiter gehen…

Heute weiß ich, dass viele Einsteigerprogramme für Läufer genau so arbeiten, nämlich mit abwechselnden Geh- und Laufeinheiten, die sich langsam steigern…

Ich hab mir mein Programm, wie so oft, selber gebastelt, indem ich mir jedes Mal, wenn ich auf der Strecke war, mir Fixpunkte gesucht habe, bis zu denen ich es schaffen wollte, durchzulaufen… das konnte ein Baum, ein Straßenschild, eine Laterne oder eine Straßenecke sein… Oder ich nahm mir vor, bis zum Ende eines Liedes weiterzulaufen… Die Ziele wurden nach und nach unmerklich größer und als Krönung schließlich wurden verschiedene Ziele irgendwann miteinander kombiniert… das sah dann ungefähr wie folgt aus: „Bis zu der Ampel da vorne schaffst du noch!“ an der Ampel angekommen dann: „Jetzt läufst du weiter, bis der Song zu Ende ist!“ Dann war das Lied aus und ich dachte mir: „Da vorne der Zebrastreifen, das muss noch drin sein!“ – Und ehe ich es mich versah, konnte ich mir ein ganzes Lied vornehmen, das ich komplett durchlaufen wollte… Ich werde nie vergessen, welchen Song ich als erstes komplett durchgelaufen bin und der Song wird nie auf einer meiner Lauf-Playlisten fehlen…

Manian – Loco

  (Über Kunst mag man sich streiten, aber über den perfekten Laufrhythmus nicht 😉 )

Der nächste Höhepunkt war, einige Wochen später, als ich das erste Mal komplett 15 Minuten am Stück durchgelaufen bin… ich war kurz vorm Exitus, aber als die Zeit rum war, hätte ich feiernd und pöbelnd durch die Straßen tanzen können… Ich war so stolz und euphorisiert und in dem Moment wusste ich, ich kann alles schaffen!!!!

Besonders stolz war ich auch an dem denkwürdigen Tag, als ich an der Stelle vorbeijoggte, an der ich an meinem ersten Walking-Tag (kaum 4 Monate früher) erschöpft umdrehen musste… Ich joggte… mehr als 1,5km… am Stück!!!! Es war unfassbar und erfüllte mich mit derart Stolz und Glück, und wann immer ich diesen Punkt passiere, danke ich wieder daran.

Natürlich war ich immer noch das „Dicke Mädchen“ auf der Strecke und viel, viel langsamer unterwegs als all die anderen Sportler, aber das konnte mich nicht mehr runterziehen, denn allein die Tatsache, dass ich hier joggte, machte mich zufrieden…

Inzwischen hatte ich mir Runtastic runtergeladen und zeichnete meine Läufe auf und ließ mir Geschwindigkeit, zurück gelegte Strecke und Kalorienverbrauch ansagen aber an sich verließ ich mich wie seit jeher auf mein Gefühl beim Laufen und bin damit immer gut unterwegs gewesen… Ab und an plagte mich Seitenstechen, aber ich bekam bald heraus, dass dies nur passierte, wenn ich mit vollem Magen auf die Strecke ging… auch das „verknotete Gedärm“-Syndrom trat nur auf, wenn ich laufen ging, obwohl meine Verdauung noch nicht mit ihrer letzten Aufgabe fertig war…

So ging die Zeit ins Land, ich war mindestens 2-3 mal die Woche unterwegs und steigerte mich kontinuierlich und lief nun schon bald auf die (für mich) magische 5 km-Marke zu… Da erzählte mir eine Kollegin, mit der ich nun plötzlich ein neues Thema hatte („Laufen gehen“… unglaublich, ich führte „Fachgespräche“ über Sport in der Mittagspause…), vom „Color-Run“ und ich wusste in dieser Sekunde, dass ich das mitmachen wollte! Nachdem ich dann zu Hause die youtube-Trailer gesehen hatte, war ich quasi schon angemeldet und auch wenn ich vor der Strecke zu der Zeit noch ganz schön Bammel hatte, überzeugte mich doch der Ansatz der Veranstaltung, der eben keinen Wettbewerb sondern eine reine Spaßveranstaltung darstellt…

Das Gefühl, als ich mir mein Läufer-Shirt in „M“ geben lassen konnte und dann der Moment, als ich mir meine Startnummer anpinnte, werde ich nie vergessen!!!!!

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Der Lauf war dann gar nicht so spektakulär, aber allein die Tatsachen, dass man dabei war und die Strecke komplett durchgelaufen ist (das war mein Primärziel), waren das frühe Aufstehen und die Aufregung mehr als wert…

Auch heute laufe ich noch mehrmals die Woche und es ist immer eine willkommene „Me-Time!“, in der ich den Kopf freikriege, über neue Projekte nachdenke, Pläne schmiede und manchmal auch Frust abbaue… Ich laufe gern allein und möchte in dieser Zeit auch nicht mit anderen zusammen sein, also Laufgruppen und ähnliche Scherze sind demnach absolut nichts für mich.

Ein bisschen Manschetten hatte ich, als langsam der Winter kam und die Temperaturen sanken, aber ausgerüstet mit einer Thermo-Lauf-Hose sowie Thermo-Hoodie und -Unterhemd kann ich stolz vermelden, dass ich bis zu Temperaturen von unter Null Grad durchgezogen habe. Da ich nach wie vor stark schwitze, hatte ich mir im Winter noch eine Fleecemütze, Handschuhe und ein Halstuch gekauft und muss sagen, ich habe mich nicht erkältet und war zusätzlich stolz, da ich ja aktiv den Naturgewalten getrotzt hatte

Was ich beim Laufen immer bei mir brauche, ist meine Running-Playlist, die einen bunten Mix von aktuellen Pop-Songs, Techno- und Dubstep-Remixen, Gangster-Rap und Metal enthält und mich immer gut im Flow hält… die Pflege dieser Liste (genauso wie die fürs Krafttraining) ist mir eine sehr wichtige Herzensangelegenheit, da mir die Musik beim Sport eine wichtige Motivationsquelle ist….

Man sieht also, selbst ein „hoffnungsloser Fall“ wie meine Eine kann zum Läufer werden…

Es braucht nicht viel: Den Mut überhaupt zu beginnen und ein paar gute Laufschuhe… etwas Geduld und Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auf seinen Körper zu hören und nicht zu viel auf einmal zu verlangen…

Mit Geh- und Laufintervallen kann man schnell viel erreichen und macht sich dann bald schon Gedanken nicht mehr „ob überhaupt“, sondern „wie schnell“, „wie weit“ und „heute mit oder ohne Treppen/Steigung“

Ich weiß nicht, ob ich jemals einen Marathon laufen werde, aber mir reicht schon die Gewissheit, heute ohne lange Vorbereitungszeit 10 km laufen zu können oder auch die 5 km unter einer halben Stunde zu schaffenn…

Und letztendlich will ich ja nur eins:

Be a good pick for any Zombie-Apocalypse-Survival-Team!

Pixie

Am Anfang war der Weg – zum „Walker“ mit drei einfachen Regeln

Glückwunsch, du hast dich entschieden, deinem Speck den Kampf anzusagen!

Es ist unbestreitbar notwendig, dass man sich eine Basis an sportlicher Betätigung schafft, wenn man sich auf den Weg macht, um viel Gewicht zu verlieren.

Wir wissen eigentlich, dass es unumgänglich ist, aber so viele Übergewichtige es gibt, mindestens doppelt so viele Argumente gibt es, eben keinen Sport treiben zu KÖNNEN!

BULLSHIT!!!

Wenn man es einmal auf das Wesentliche runterbricht, bleibt in den meisten Fällen (abgesehen von ärztlich gesicherten Diagnosen, die sportliche Betätigung gänzlich ausschließen) nichts anderes übrig, als

  • Unsicherheit
  • Bequemlichkeit/Faulheit
  • Angst

Natürlich ist jeder Aufbruch zu unbekannten Ufern mit Unsicherheit und Ängsten verbunden, das liegt in der Natur des Menschen, und besonders wir „Dicken“ haben ja nicht umsonst einen „Fettpanzer“, denn wir sind in der Regel sensible Wesen und höchst ungern Ziel von Hohn und Spott.

Dass da der Schritt ins hippe Fitness-Studio (voller Spiegel und schöner, durchtrainierter Menschen, die auch noch genau zu wissen scheinen, was sie da tun), schwerfällt, wird jeder verstehen, der schon einmal in dieser Position war.

Ausserdem sind wir ja auch alles andere als Fit und beweglich und davon abgesehen, dass wir bei jedweder körperlicher Anstrengung scheisse aussehen, sitzen auch die Sportklamotten (so man diese Baumwollsäcke so nennen möchte) nicht so, dass man sie der Öffentlichkeit präsentieren will.

Was also tun?

Wir brauchen eine Art Grundausdauer, die wir uns am besten aneignen, bevor wir quasi in die „Öffentlichkeit“ treten…

Anfangs ist die Auswahl bei den meisten eh sehr beschränkt… Joggen und Körpergewichtsübungen (Calesthenics) – die man alleine und zumindest letztere ja eigentlich bequem zu Hause trainieren könnte – kommen mit großem Übergewicht einfach nicht in Frage, da das hohe Gewicht die Ausführung der Übungen unmöglich macht und auch die Gelenke nicht die stärksten sind, was dann schnell zu Überlastung, Schmerzen, Frustration, Aufgeben führt.

Natürlich sind wir ehrgeizig, motiviert und möchten und auch sehr ungern eingestehen, dass wir völlig aus der Form sind… trotzdem ist es klüger, wenn man mit einer Bewegungsform beginnt, die einen zwar fordert, zum Schwitzen bringt, aber nicht überfordert.

Gehen ist für Übergewichtige eine tolle Aktivität und für jeden untrainierten, der 20kg oder mehr zu viel mit sich rumschleppt auch auf jeden Fall schon eine sportliche Betätigung.

Ich kann mich noch genau erinnern. Es war bitterkalt draußen, irgendwann Ende Januar 2013 und ich hatte mich entschlossen, etwas zu ändern… So hab ich mir dann eines schönen Abends meine Turnschlappen angezogen, meine Themo-Joggingshose mit Baumwollleggins drunter und meinen Fleecepullover mit Kapuze in XXL über ich weiß nicht, wie viele Schichten Baumwolle gezogen. Das ganze garniert mit meinem pinken Pali-Tuch mit Totenköpfen und fertig war ich in meinem ersten Sportoutfit!

Pixie

  • Regel 1: Du machst Sport! Trage Sportkleidung! Auch wenn du „nur“ 20 Minuten stramm um den Block marschierst, es ist DEIN Sport, also kleide dich entsprechend. Es hat eine psychologische Bedeutung. Du grenzt diese Tätigkeit ab, machst sie zu etwas Besonderem, gewöhnst dich daran, Zeit für Sport freizuschaufeln.

Es war glücklicherweise schon dunkel, die „Gefahr“, fitten Menschen, bzw. Menschen überhaupt zu begegnen, war also gering… Ich also raus in die Kälte, ein Hörbuch auf den Ohren und ab dafür… nach ca. 1,5 km war ich so durch, dass ich umkehren musste und als ich nach ca. 30-45 Minuten komplett durchgeschwitzt wieder daheim war, hatte ich insgesamt knapp 3 km zurück gelegt und brauchte dringend eine heisse Dusche, was zu Essen und mein Bett!

Pixie

Regel 2: Hör auf Dich und Deinen Körper, aber sei kein Weichei! Am Anfang muss noch kein Mensch, egal wie rund, komplett verkabelt und mit tausend Fitnessgadgets verbunden auf die Rolle gehen… Das bewusste in sich hineinhören und spüren, wie der Körper auf die ungewohnte Belastung reagiert, ist eine gute Schule und macht das Anfangen einfacher. Mach was du kannst und nicht, was jemand (ein Programm, eine App, sonstwas) meint, dass du können solltest. Du bist Herr über Dich und Deine Leistung, du entscheidest, wann genug ist, aber mach es dir auch nicht zu leicht. Es ist völlig OK, außer Atem zu sein, zu schwitzen, ne rote Birne zu kriegen und auch ein bisschen schwere Beine und der Muskelkater am nächsten und übernächsten Tag sind willkommen.

Nun hast Du also deine erste Trainingseinheit hinter dir und du bist (zu Recht!!!!) stolz wie Oskar, dass du es einmal geschafft hast, dich zum Sport motivieren!

Jetzt sollten zwei Dinge NICHT geschehen:

  • Bitte belohne dich für die erbrachte Leistung NICHTmit einer Pizza!
  • Bitte sorge unbedingt dafür, dass der heutige Erfolg kein einmaliges Erlebnis wird, sondern du das heutige Ergebnis bald möglichst wiederholst und dann sukzesive in den Schatten stellst.

Regel 3: Gewöhne dich daran, regelmäßig mindestens 2-3 mal die Woche eine solche Walking-Tour zu machen und dabei langsam aber stetig die Strecke zu verlängern und den Schritt konstant flott zu halten.

„Krücken“, die dich langfristig motivieren können, weiter zu machen:

  • Ein Schrittzähler (Pedometer) oder eine entsprechende App für das Smartphone kann dir mehr Aufschluss darüber geben, was du geschafft hast, wie viele Kalorien du verbrannt hast und in welchem Maße du dich steigerst.
  • Wenn du es einfacher halten willst, reicht auch erst mal, immer die gleiche Strecke (oder auf einem Sportplatz) zu gehen und mittels der Armbanduhr ermitteln, ob du in der gleichen Zeit eine weitere Strecke gegangen bist. Wenn du dich von Walk zu Walk quasi von Kreuzung zu Kreuzung hangelst oder ähnliche Fixpunkte wählst bekommst du einfach eine subjektive Erfolgskontrolle, ohne dich gleich komplett zu digitalisieren.
  • Stell dir eine fetzige Playlist zusammen, deren Rhythmus zu deinem Tempo passt und lass dich von der Musik tragen. Hierbei gibt es keine Genre-Limits, ich selbst habe von Metal über Alternative , Techno, Dubstep und Rap/Hip-Hop bis hin zu allbekannter Pop-Musik eine lange Liste von sporttauglichen Songs, die sich immer mal wieder erweitert… youtube-surfen ist da sehr überraschend und dankbar.
  • Oder nimm dir spannende Hörbücher vor, die die Zeit im Fluge verfliegen lassen. HÖRE DEIN HÖRBUCH NUR BEIM WALKEN, dann hast du einen Anreiz, bald wieder die Sportschuhe zu schnüren, schliesslich möchtest du ja wissen, wie es weiter geht.

Es mag sein, dass du beim Walken bleibst. Vielleicht hast du aber auch bald Lust auf andere Sportarten, mehr Abwechslung oder vielleicht entdeckst du deine Begeisterung für Nordic Walking… just do it! Möglicherweise bekommst du aber auch nach einiger Zeit  Bock, „mehr“ zu wagen… du willst vom „Walker“ zum „Jogger“ werden… wie das klappt, erzähle ich dann beim nächsten Mal, also…

Stay tuned! 🙂

PS: Natürlich ist flottes Gehen auch später wenn wir schon schlanker und fitter sind immer eine gute Alternative zum Auto- oder Bahnfahren… Seit ich auf meinem Weg bin, mache ich zusätzlich zu all dem Sport, den ich inzwischen für mich entdeckt habe, immer wieder die Erfahrung, dass ich einfach gerne zu Fuss gehe 🙂