Nachruf auf ein paar alte Laufschuhe und Hooray für die „Neuen“

Fast 2 Jahre bin ich mit meinen „alten“ auf der Strecke gewesen… erst noch schwer, rund und behäbig später dann wieselflink (haha) und unermüdlich und selbst durch London haben mich die braven Jungs eine Woche lang auch jenseits der Laufstrecke schmerz- und ermüdungsfrei getragen…

Damals war es Liebe auf den ersten Blick und ich habe es nie bereut, mich genau für diese Schuhe entschieden habe, die anscheinend noch nicht einmal einen eigenen Namen haben, sondern nur als „Adidas Gore-Tex“ mit einer Artikelnummer zu finden sind…

Im Nachhinein gehört schon ne Menge Mut (oder auch mehr Glück als Verstand) dazu, mit knapp 100kg Lebendgewicht in einen Sport-Vosswinkel zu gehen und sich einfach ein paar Laufschuhe zu kaufen… stabil sollten sie sein, nicht so leicht dreckig werden und mir einen gewissen Halt und Stabilität geben…

Zuerst wollte ich ja eh nur walken… hätten demnach auch ein paar Walking-Schuhe sein können. Aber seien wir mal ehrlich… was da auf dem Markt ist, ist doch Footwear für hässliche, alte, langweilige Leute und nicht für uns!!!!! Zumal ja braun in meinen Augen eher ne Geisteshaltung als ne Farbe ist…

Also einigte ich mich mit mir auf Schwarz/grau/bordeaux als akzeptable Farbkombo und daß ich zusätzlich zu toller Passform, angenehmem Design und federleichtem Tragegefühl (ja auch Trail-Shoes können einem ein solches vermitteln, nicht nur ultraleichte „Gutwetter-Jogger“) auch noch ein Schnäppchen machte, freute die dicke Schnäppchentante 🙂

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Die armen Jungs wurden ab da dann auch gnadenlos hart rangenommen… bei Wind und Wetter wollte das fette Mädchen nun mit ihnen an die frische Luft und war es zuerst noch selten, kurz, langsam und schwer, wurde es mit der zeit immer öfter, länger und flinker, aber mit der Zeit auch erheblich leichter… Das alles haben die beiden wirklich klaglos und zuverlässig mitgemacht, sogar die Farbdusche beim Color-Run und einen (offiziell gar nicht statthaften) Ausflug auf den Tennisplatz haben sie mir verziehen und mich immer unterstützt.

Gemeinsam haben wir Meilensteine erreicht und hinter uns gelassen und immer neue Ziele „erlaufen“…

Hierfür kann ich gar nicht genug „DANKE!“ sagen, denn es ist beileibe nicht selbstverständlich, daß ein paar Laufschuhe – eigentlich aus einer Laune heraus gekauft – solch einen langen und vor Allem schmerzfreien Dienst leisten… Ich hätte Knieprobleme bekommen können, Rückenschmerzen, Mittelfußprobleme oder wenigstens Blasen… Nichts dergleichen ist geschehen!

Nichtmal, daß ich den linken der Jungs zwischenzeitlich bezichtigt habe, dem Teufel Obdach zu geben, konnte sie gegen mich aufbringen… sie haben treu und stetig ihre Aufgabe gemeistert…

Doch nun schicke ich sie in ihre wohlverdiente Laufschuh-Rente… am letzten Wochenende habe ich es getan… mir die Nachfolger meiner beiden Jungs geholt… Und wollt ihr raten? Natürlich!

Ich bin wieder mit der gleichen Strategie gefahren, die mir schon einmal so gute Dienste geleistet hat: Rein in den Laden, nach stabilen, wasserabweisenden, dunklen Laufschuhen Ausguck halten und wenn eines sitzt, mir ein gutes Gefühl gibt und optisch zumindest halbwegs ansprechend ist – ZUSCHLAGEN!!!!

Es sind zufällig wieder Adidas geworden… es hätten auch Asics oder Brooks werden können, aber ich verfahre nun auch mal gern nach dem Motto: „Never change a running system“ (Wortspiel! Brüller!!!!!)

Seit Samstag besitze ich nun die „adidas Response Trail 21 GTX W“ und am Sonntag habe ich sie dann auch gleich einer harten Probe unterzogen: Ich habe sie bei strömendem Regen auf schmelzenden Schneematsch-Erdboden gejagt…

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Das Profil der Sohle ist ausgeprägter, als bei den alten. Die Passform komfortabel, man fühlt sich sehr sicher bei jedem Tritt, auch wenn es mal rutschig wird… Mir ist dieses Gefühl sehr wichtig, da ich oft in der Dämmerung/Dunkelheit auf leicht unebenen Wegen unterwegs bin. Der unabsichtliche Tritt in eine etwas tiefere Pfütze verursachte kurzzeitig ein Kältegfühl, der Fuß war aber beim Ausziehen der Schuhe nach dem Lauf (abgesehen vom normalen Schweiß) nicht naß geworden… sehr gut… funzt!!!! 🙂

Alles in Allem finde ich übrigens neben der guten Paßform und der Funktionalität, daß ich mich auch optisch verbessert habe… Meine Mädels (ja, es sind Mädels!!!! Sozusagen die schwarzen Prinzessinnen unter den Laufschuhen… *debil grins*) sehen in ihrem schwarz/pinken Design richtig gut aus und passen zu mir.

Mit den beiden werd ich dann also auch den Halbmarathon dieses Jahr meistern… ich sach mal: LÄUFT!!!! 😉

PS: Was mir allerdings noch auf der Seele brennt: Was mach ich nun mit den beiden Rentnern???

Wegschmeißen?

Gold ansprühen und ne Collage draus machen?

Momentan spiele ich mit dem Gedanken, sie als „Notfall-Schuhe“ bei meinen Eltern zu deponieren, damit ich nicht immer das komplette Equipment von A nach B und zurück schleppen muß… Oder hat jemand noch ne andere Idee, was man mit zwei altgedienten Veteranen dieser Art machen kann?

Ach ja… PS: Weil ich es so mache, also ohne Beratung und Analyse losziehe und mir Laufschuhe „mal so eben“kaufen gehe, heißt natürlich nicht, daß es auch für Dich, Dich und Dich da draußen die richtige Methode ist, um dieses so wichtige Schuhwerk auszuwählen… Es gibt richtig gute Laufläden, wo dem Anfänger und dem dem Profi eine tolle, fachkundige Beratung zuteil werden kann und ich bin auch sicher, viele Verkäufer tun wirklich ihr Bestes, um ihren Kunden den für ihre Bedürfnisse besten Trainingsschuh herauszufinden und nicht nur das teuerste Modell loszuwerden. Von daher bin ich keinesfalls contra Laufanalyse oder so. Es ist nur irgendwie nicht mein Ding (so lange es auch anders geht)

Was ich allerdings doof finde, sind Leute, die sich 2 Stunden im gut ausgebildeten, fachkundigen Einzelhandel kostenlos beraten und analysieren lassen und dann nach Hause gehen und im Internetdiscount die Empfehlung des Einzelhändlers bestellen, um dort 10€ zu sparen…

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