Bei den Luftgitarren war dann Schluss… – Bokwa für Anfänger

Ich bin ja für jeden Scheiß zu haben und besonders neue Workouts probiere ich immer gern aus…

So kam mir dann das jährliche kick-off-Event von sportspass (einer sehr löblichen Hamburger Institution, die mit kleinstem Monats-Beitrag eine schier unglaubliche Vielfalt an Sportangeboten realisiert) natürlich sehr entgegen, denn hier bekommt man – wie sonst kaum möglich – an einem Nachmittag die geballte Möglichkeit, sich neue Fitness-Trends in Action zu Gemüte zu führen…

Piloxing habe ich ja an dieser Stelle schon ausführlich besprochen, damit haben wir gestern den Nachmittag schweißtreibend begonnen.

Danach stand dann Bokwa auf dem Plan und auch die Tatsache, daß der Trainingssaal hoffnungslos überfüllt war, konnte mich nicht abhalten, voller Vorfreude und positiver Erwartung in das zweite Workout des Tages zu stürzen… am Spiegel klebten eine große „7“, ein Pfeil und noch ein Schild, das bereits aus der zweiten Reihe nicht mehr lesbar war… Versprochen wurde uns „keine Choreographie“ und „kein Schrittezählen“, ganz viel Spaß und Party… ich war gespannt!

Die Musik kickte ein, es war einer der üblichen Workoutmixe, wie man sie in eigentlich jeder Group-Fittness-Class kennt, einige aus den Charts bekannte Klänge, etwas Lateinamerikanisches, alles auf die entsprechende Beatzahl hochgepitcht, nichts Außergewöhnliches…

Karla+zumba+fitness

Hier mal die Beschreibung laut eigener Webseite:

What Is Bokwa®?

Bokwa® is a new and completely different approach to group exercise that is rapidly spreading across the globe.

Bokwa® participants draw letters and numbers with their feet while performing an energizing and addictive cardio workout routine. Moving together to today’s most popular music, participants off all ages draw the Bokwa® L, 3, J, K and dozens of other steps.

Bokwa Is Different

No Counting Steps

Because Bokwa® steps are structured and based on the forms of letters and numbers, doing Bokwa® does not require you to count steps, like a traditional 8 count followed by most dance fitness programs. Simply feel the music and freely move with the beat. And the dozens of other class participants that are sharing the energy and excitement with you.

No Choreography

Once you know the step, you own it and can do it without following an instructor’s personal choreography. Because the steps follow the same structure, whether you are doing it in Taiwan, Australia, England or the US, Bokwa® is truly universal.

Today’s Popular Radio Hits

We do Bokwa® to popular music that appeals to a global audience. The music is energizing and addictive and it is likely the same feel good songs you listen to in your car.

Everyone Can Do Bokwa®.

Because the steps are structured as letters and numbers everyone can do Bokwa®. 4-year-old kids.75 year old men and women. People with two left feet who cannot dance. World champion Latin and ballroom dancers. All having a terrific experience in the same class!

It Does Not Feel Like Working Out At All.

Because of the energizing music, the fun and predictable steps and great motivation coming from people moving together to music, participants become addicted to Bokwa®. You would not even realize you were burning up to 1,200 calories in one workout.

Quelle:http://bokwafitness.com/what-is-bokwa/

Nun ja… keine Choreografie und kein Schrittezählen halte ich in diesem Zusammenhang für eine gewagte Aussage. Denn letztendlich läuft es ja doch darauf hinaus, dass man eine Schrittfolge auswendig lernen muß, ob man nun eine ganze Choreo einstudiert oder einen „Buchstaben tanzt“ (was ja für uns Waldorf-Lästerer eh eher einen Witzfaktor besitzt, als ein ernst zu nehmendes Fitnesskonzept darstellt) – zumal der von uns gestern getanzte Buchstabe (oder war es doch die rätselhafte Nummer 7 am Spiegel) mir zu keiner Zeit ersichtlich/erschließbar/nachvollziehbar war oder erklärt wurde…

Und ich bin ja nun auch nicht mehr neu in Sachen Group-Fitness und obwohl bekennende Tanzkartoffel so doch nicht ganz unrhythmisch von der Grundkonstitution her… aber so richtig hab ich den Groove leider nicht gespürt und kam mir irgendwie wie ein ferngesteuerter Zombie vor, der dem Beat immer ein paar Takte hinterherschlurft… unsexy!!!

Klar, es war verdammt voll… das Konzept von Bokwa scheint generell recht raumgreifend zu sein und wenn in einem kleinen Raum mit schätzungsweise 120 Leuten ungefähr 110 noch nie Bokwa gemacht haben, ist Chaos vorprogrammiert… Vielleicht wäre da eine andere Choreo (ja, ich nenne das jetzt einfach so), sinnvoller gewesen, die nicht pro Person schätzungsweise 10qm freien Raum verlangt…

Party mach ich gerne, aber ich mag es nicht, wenn ich während eines Workouts (oder in der Disse) permanent dazu aufgerufen werde, lautstark „heeeeeeeeyyyyy“ und „hooooooooooooo“ zu brüllen, um meine Lebensfreude zu demonstrieren. (Zumal ich denke, wenn ich noch genug Luft habe, dieses zu tun, trainiere ich nicht hart genug…)

Was so eine Schnupperstunde sicher nicht leisten kann, ist eine komplette Einschätzung, was Bokwa mittel- und langfristig für mich tun könnte, was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war die buchstäbliche Einseitigkeit der Schritte… selbst der Meister aller Improvisatoren, mein Zumba-Gott Joaquin, vermag es stets, beide Körperseiten/Extremitäten wenigstens halbwegs gleichmäßig anzusprechen… Gestern sind wir – bedingt durch den Grundschritt – immer wieder in den gleichen Bewegungen gelandet, es fand keine Umkehrung statt, so daß man auch mal das linke Bein nach vorne werfen und das rechte hochziehen konnte…

Und nach 37 Minuten kam dann der Punkt, an dem ich beschloss, daß Bokwa nichts für mich ist: Sie hat die Luftgitarre ausgepackt… Das liegt nun an mir persönlich und der Tatsache, dass Luftgitarren für mich eher in verrauchte Rockschuppen gehören… am besten von schwer angetrunkenen Finnen praktiziert… und nicht in einen überfüllten Workout-Saal…

So hab ich dann in diesem Moment für mich entschieden, daß es für diesen Tag genug mit Bokwa gewesen sein sollte und hab mich verdrückt – in der Hoffnung, es würde bei deepWORK besser werden…

Ob das geklappt hat… lest ihr dann im nächsten Artikel 🙂

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