Nackt(mull) gut aussehen?

Ich gehe stramm auf Mitte 40 zu und war immer mehr oder weniger übergewichtig, 25 Jahre davon wirklich dick.

Das hab ich nun hinter mir, aber habe ich nun einen perfekten Modelkörper?

Natürlich nicht… die Haut an Bauch, Körperseite und Innenschenkel hängt, die dramatisch geschrumpfte Oberweite sowieso. Der Hintern hat nur mit angspannten Muskeln eine zufriedenstellende Rundung – Shapinghemdchen sind im normalen Leben und vor Allem beim Sport nicht wegzudenken.

Ziehe ich alles aus, bleibt ein leicht knittriger, bunter Nacktmull mit leidlich knackigen Armen und recht muskulösen Beinen und einem knackigen Hintern – so lange der Nacktmull angestrengt die Pomuskulatur anspannt – zurück…

nacktmull2© http://skizzenblog.clausast.de

Bin ich trotzdem glücklich? Ohhhhh ja!!!!!

Denn ich bin wenigstens ein halbwegs schlanker, fitter (wenn auch knittriger aber dafür bunter) Nacktmull!!!!

Daß da etliche Dehnungsstreifen und fröhlich überall verteilte Orangenpelle an mir wohnen und die oben genannten Körperteile etwas suboptimal an mir runterhängen, nehme ich recht fatalistisch und mit dem nötigen Humor als selbstgewähltes Schicksal hin, denn letztendlich erinnert mich all das auch daran, wo ich herkomme, wie ich da hingekommen bin und daß ich nie dahin zurück will!

Rufus© Rufus der Nacktmull – Disney’s Kim Possible

Alles ist besser, als das, was vorher war und man hat definitiv mehr Möglichkeiten, sich hübsch herzurichten und „Schwachstellen“ durch kleine Kniffe zu überblenden und optisch wegzumogeln, so daß mir das Wohlfühlen mit meinem neuen Wohlfühlgewicht in allen Aspekten des Lebens nicht schwer fällt.

Wie gesagt, ich geh auf Mitte 40 zu und zu dem Anspruch „nackt gut aussehen“ hatte und hab ich einfach mal so gar keine Meinung, gar nicht zu sprechen von Ambitionen, mich irgendwo (mal abgesehen von privaten Momenten, der Umkleide im Gym und ab und an mal der Sauna) naggisch zu machen.

Ich war Zeit meines Lebens in einer körperlichen Verfassung, und habe zudem auch eine Erziehung genossen, die mir selbst immer gebot, mich nicht gänzlich unbekleidet in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ich bin es gewöhnt und finde es auch viel praktischer, beim Schwimmen Badeanzüge zu tragen und weine jetzt absolut nicht der Möglichkeit nach, der letzten Bikini-Mode zu frönen. Und in meinem privaten Privatleben habe ich seit jeher genug Selbstbewußtsein, mich sicher und vertrauensvoll so zu bewegen, wie ich nun mal aussehe…

Was ich eigentlich sagen will, ist, daß man ab einem gewissen Alter beim Abnehmen größerer Mengen auch immer ein Stück weit realistisch bleiben muß, denn nicht jeder (also eher die Wenigsten) ist mit so straffem Bindegwebe gesegnet, daß der komplette Körper nach 40kg Abnahme wie der Astralkörper einer 18jährigen aussieht…

Man kann mit Sport… viel Sport… dem richtigen Sport… eine Menge reißen und zu einem positiven Körperempfinden und -erscheinungsbild beitragen, aber eine hundertprozentige Komplett-Transformation darf man/frau einfach nicht erwarten! Auch die an dieser Stelle schon einmal angesprochenen Bürstenmassagen mögen – regelmäßig angewendet (*hust*) – eine der Hautstraffheit zuträgliche Wirkung haben, ein Allheilmittel sind sie unter Garantie nicht!

Nun leben wir natürlich auch in einem Zeitalter, in dem kosmetische Operationen keine Zukunftsmusik mehr sind, sondern Realität und natürlich habe auch ich schon darüber nachgedacht und bin (Stand heute) noch nicht wirklich zu einem Ergebnis gekommen, welches ein Handeln meinerseits in diese Richtung ausgelöst hätte.

Fakt ist:

Es GIBT Stellen, die ich unansehnlich finde, selbst im bekleideten Zustand… und zwar sind das insbesondere die lose Haut, die unter den Armen aus den BH-Löchern quillt und die der Grund sind, daß ich trotz knackiger Oberarme nach wie vor keine Tanktops und sonstige ärmellosen Oberteile mit weiten Armlöchern tragen mag… Außerdem die hängende Haut an den inneneren Oberschenkeln, die wirklich knackige Shorts unmöglich macht.

Mit dem kleinen Fettschürzchen und der Oberweite hingegen kann ich mal mehr mal weniger gut leben, zumal mich der Gedanke an Silikontitten komplett abturnt!

Alles nicht schön, aber derzeit schreckt mich wie gesagt der Gedanke an die Gefahren einer (recht umfangreichen) Operation noch zu sehr ab, bzw. ängstigt mich so, daß ich mich noch nicht dazu entschließen konnte, Schritte zu unternehmen. Ich habe schon Menschen ihr Leben lassen sehen, die sich für weit weniger unters Messer gelegt haben!!!

Ich werde das Ganze weiter beobachten. Wie sehr mich die genannten Punkte in Zukunft stören, wie ich mich damit fühle und ob sich die Selbstwahrnehmung mit der Zeit eventuell noch ändert… Wenn der Zeitpunkt kommt, irgendetwas zu unternehmen, werde ich es wissen und etwas tun…

In diesem Sinne: Be proud to be a Nacktmull!!! 😉

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10 Gedanken zu “Nackt(mull) gut aussehen?

  1. Ich finde mich in deinen Worten. Immer wieder und auch heute. Zwar bin ich noch lange nicht da, aber ich sorge mich jetzt schon wie das bei mir sein wird und wie ich damit umgehen werde. Ich freue mich, dass Du so gelassen zu sein scheinst und hoffe später genauso reflektiert und geerdet mit meinen Hängerchen umgehen zu können.
    Ich schicke Dir eine Umarmung Große!

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  2. Deine ehrlichen, klaren Worte tragen viele mit sich. Es reichen auch schon der Verlust von weniger Kilos um festzustellen das als erstes die Oberweite u. der pralle Po dran glauben musste. Fair ist das nicht,dass man für seine Anstrengung u. Disziplin auch noch etwas Opfern muss. Ich dachte, der Preis wäre mein Schweiß u. trotzdem möchte auch ich nicht zurück. Danke, für Deine Worte.

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  3. Erst einmal ein großes Lob an dich!
    Ich meine wie viele Menschen gibt es wohl die fast ihr ganzes Leben lang stark übergewichtig waren und es schaffen den Mut und die Disziplin zu haben wirklich abzunehmen? – Ich denke es ist ein ganz kleiner Prozentsatz.

    Es gibt wirklich einige mit der Absicht abnehmen zu wollen, aber nur die Wenigsten tuen auch etwas dafür. Spätestens bei der ersten kleinen Hürde werden sie wieder rückfällig. – Ich denke so gut wie jeder der mindestens 10 Kilo abgenommen hat, kennt diese Hürde, man hat das Gefühl nicht mehr weiter zu kommen, irgendwie verliert man die Motivation Sport zu machen und auch wenn man sich scheinbar an die Ernährung hält, wollen die Kilos irgendwann nicht mehr wirklich runter.

    Genau aus diesem Grund finde ich es extrem wichtig einen Ernährungsplan zu haben – die beste Sportbereitschaft bringt nichts wenn man die restliche Zeit damit verbringt sich mit Süßigkeiten vollzustopfen..

    Ich lehne mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster und behaupte das ca. 80 – 85% des Erfolgs der guten Ernährung zuzuschreiben ist. Ich bin sogar der Meinung das man auch ganz ohne Sport, lediglich durch die Umstellung der Ernährung, sein Traumgewicht erreichen kann.

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    1. Hallo Elias, danke für deine ausführlichen Worte und ja! Es gehört eine Menge Disziplin dazu, um dauerhaft eine große Menge abzunehmen… Ein Ernährungsplan kann Menschen helfen, die viel Struktur und Ordnung in ihrem Leben brauchen, sie fühlen sich dann sicher und können sich dann besser an ihre Vorgaben halten… Ganz ohne Sport? Sicher geht das bis zu einem gewissen Punkt, aber irgendwann wird (und da bin ich ganz sicher) der Punkt kommen, wo nur mit Ernährungsplan/Kalorienzählen, was auch immer, es nicht mehr voran gehen wird, wenn man sich nicht um ein aktiveres Leben bemüht… Was immer gern vergessen wird, ist, dass der Körper ein „faules gerät“ ist, das in Entbehrungszeiten ganz automatisch ruterschaltet und die nicht lebenswichtigen Systeme wunterfährt… In dem fall, also, wenn man keinen Sport macht, auch gern mal die Muskeln… was aber kontraproduktiv ist, denn gut geforderte Muskeln wollen gefüttert werden und erhöhen den Kalorienbedarf… Ich möchte nicht Zeit meines Lebens auf 1200 kcal am Tag rumkauen müssen, ich möchte essen, mich bewegen, Dinge bewegen… Kurz gesagt: In der Theorie mag deine Aussage stimmen, in der Praxis halte ich die ausgewogene Variante aus maßvollem gesundem Essen und einem aktiven Lebensstil für realistischer, lebensbejahender und gesünder. VLG Pixie

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