Wie finde ich das richtige Fitness-Studio?

Note: Bitte beachtet, dass auch dieser Beitrag mal wieder nach Herzenslust mit Klischess spielt und sich auch des Stilmittels der literarischen Übertreibung bedient 😉

Fitness-Studios sind nicht für jeden was, aber trotzdem schließen jedes Jahr viele tausende Menschen überall auf der Welt mehr oder weniger lange bindende Verträge ab.

Besonders gern natürlich im Zuge der Umsetzung von Neujahrsvorsätzen u.ä., so dass um die Jahreswende viele Studios ungewöhnlich gut besucht sind.

Das ebbt aber erfahrungsgemäß auch sehr schnell wieder ab, so dass spätestens Mitte Februar die, die immer da sind, wieder unter sich sind.

Das ist natürlich schade um das viele schöne Geld, das da Monat für Monat verbrannt wird…

Was kann man nun tun, um nicht zur Karteileiche zu werden?

Ich will mal zusammenstellen, welche Fragen man sich stellen muss, bevor man unbedacht irgend etwas unterschreibt und was man selbst dafür tun kann, damit der Schweinehund nicht wieder gewinnt…

Unbestritten und schon mehrfach erwähnt:

Krafttraining ist im Rahmen der Gewichtsreduktion und vor Allem auch für Frauen eine wichtige und empfehlenswerte Komponente.

Aber:

Man muß bereit sein, mehrmals die Woche hinzugehen, damit es sich lohnt (unabhängig davon, ob man nun die Cardiogeräte nutzen, oder sich im Kraftbereich aufhalten will, oder gar beides… ) Und das bedeutet, dass man ab und an auch mal die Arschbacken zusammenkkneifen muß und sich ein bißchen zwingt, die Füße dorthin zu lenken, egal ob es noch „viel zu früh“ ist, man „einen harten Tag“ hatte oder es „wieder so viel Streß“ gab… Nach dem Training fühlt man sich in der Regel sowieso viel besser und ist froh, wenn nicht gar stolz, daß man es durchgezogen hat

Mir persönlich wäre es zu langweilig, stundenlang auf Cardiogeräten herumzuhampeln, zumal man Cardio ja auch viel schöner draussen in der Natur machen kann (Sommers wie Winters, wie ich betonen möchte), oder auch auf spassigere Weise, indem man z.B. Zumba- oder Fit-Fight-Kurse besucht… Zumal es ja inzwischen auch erwiesen ist, dass stundenlange, alleinig Cardioeinheiten nicht unbedingt beim effektiven Fettabbau helfen. Aber jeder wie er meint und besser eine Stunde Crosser, als gar nix gemacht 😉

Unabhängig davon, welche Geräte und Equipment man benutzen will, gibt es allerdings ein paar Punkte, die man bei der Auswahl eines Studios unbedingt beachten und checken sollte (ich weiß, dass „Großstadtpflanzen“ es in diesen Fragen allgemein leichter haben, als „Landeier“, da auf dem Land oft einfach die Dichte an verfügbaren Studios einfach nicht so hoch ist.)

  • Dein Studio sollte unbedingt so (verkehrs-)günstig wie möglich zu deinen täglichen Wegen liegen. Will heißen: So nah wie möglich an Deinem zu Hause, deiner Arbeitsstelle oder an einem für dich günstig gelegenen Verkehrsknotenpunkt. Alles, was dir Umwege bereitet, wird die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass du bald weniger oft hingehst, so lange der Weg ein Hindernis darstellt und das Fitness-Studio selbst noch kein Ort ist, an den du selber unbedingt hinwillst..
  • Dann stellt sich natürlich die wichtige Frage, ob du lieber in eine der preisgünstigen Fitnessketten willst, oder eher eine kleine inhabergeführte Muckibude das Richtige für dich ist. Meistens liegt die beste Wahl auch irgendwo in der Mitte, denn auch das gibt es.

Beides hat sicher Vor- und Nachteile. In den Fitnessketten ist man oft auf sich allein gestellt und wird (wenn überhaupt) mit 08/15 Plänen abgespeist, so daß man gezwungen ist, sich selbst weiter zu bilden, um mit seinem Training weiterzukommen, bzw. überhaupt erstmal alles richtig zu machen… Falls man da jemand an der Hand hat, der einem da helfen kann, ist schon viel gewonnen, ansonsten bleibt einem oft nur intensive Recherche… Pluspunkte sind natürlich der oft geringe Monatsbeitrag und in der Regel sehr lange und flexible Öffnungszeiten sowie die Option, auch in anderen Städten die Studios der überregionalen Ketten zu nutzen (für oft Dienstreisende sicher ein gewichtiges Argument).

Die ganz kleinen Studios sind dagegen oft sehr spezialisierte Pumperbuden, wo man sich als Newbie oft geradezu eingeschüchtert fühlen mag, zumal als Mädel…

 

Nun hast du also im günstigesten Falle mindestens 2 Studios zur Auswahl und weißt nun nicht, welches du nehmen sollst.

  • Vereinbare unbedingt ein Probetraining in jedem Studio deiner engeren Wahl. Auch wenn du noch nie in einem Fitness-Studio warst, werden dir dein Bauchgefühl und dein gesunder Menschenverstand viel sagen und dir bei der Entscheidung helfen.
  • Das Probetraining sollte unbedingt auch zu der Zeit stattfinden, zu der du später trainieren gehen wirst. Im Laufe eines Tages kann sich innerhalb eines Studios das Klientel komplett ändern… wenn du also dein Probetraining Vormittags hast, da du deinen Urlaub dafür nutzt, kann es sein, dass du dich über die vielen freundlichen älteren aktiven Damen freust und dich geradezu zu Hause fühlst… und wenn du dann zum ersten „richtigen“ Training abends um 6 kommst, dich von mindestens 20 testosteronstrotzenden Stiernacken geradezu erschlagen fühlst…

Worauf solltest du nun achten, wenn du zum Probetraining antrittst:

Das Studio:

  • Sind die Geräte alle intakt, sehen gepflegt/gewartet und sicher aus?
  • Benutzen die Trainierenden alle ein Handtuch zum unterlegen?
  • Gibt es Desinfektionsmittel an den Cardiogeräten und werden diese auch genutzt, wenn jemand fertig ist mit seinem Workout?
  • Gibt es einen Freihantelbereich?
  • Geht dieser über 10kg hinaus? (auch wenn du dir jetzt noch nicht vorstellen kannst, jemals auch nur so ein Ding hochheben zu können, das geht schneller, als du denkst 🙂 )
  • Sind die Hantelscheiben und Hanteln und auch Matten und sonstiges Equipment wie Medizinbälle, Matten, Kettlebells, Gymnastikbälle etc ordentlich an ihren Plätzen oder liegt viel unordentlich herum und man sieht permanent Menschen mit suchenden Gesichtern herumirren?
  • Ist Personal anwesend, ansprechbar und wirkt kompetent beim Beantworten von Fragen?
  • Wo hoch ist der Musik/Lautstärke-Pegel? Falls du die Musik doof und/oder zu laut findest, frag ruhig nach, ob das die übliche Beschallung und Lautstärke ist.
  • Sind die Mit-Trainierenden halbwegs gepflegt?
    • Wie ist der Umgangston?
    • Die Gesprächslautstärke?
    • Wie ist die Altersstruktur,
    • wie trainieren sie? Hardcorepumper, Gym-Bunnies, die am Crosser festgetackert scheinen oder vornehmlich „Normalos“, die konzentriert moderates Fitness-Training machen?
    • Kannst du dir vorstellen, diesen Leuten immer wieder beim Training zu begegnen?
  • Bietet das Studio Kurse an?
    • Sind die im Preis inbegriffen, oder fallen Extrakosten an?
    • Wie liegen die Kurse zeitlich?
  • Wie sind die Umkleiden?
    • Sind die Schränke groß genug?
    • Hat man genug Platz, sich umzuziehen, auch wenn gerade rush-hour ist?
    • Gibt es Fenster zwecks Lüften?
    • Dusche sauber und funktionstüchtig?
    • Gibt es Haartrockner? Oder zumindest genug Steckdosen, damit man seinen eigenen Fön mitbringen kann.
    • Eine Sauna? sauber und funktionstüchtig? Legen die Saunierer brav ein Handtuch unter? Existiert ein Ruhebereich?
    • Genug Toiletten und sind auch die sauber?

Das sind viele Punkte, aber genau das sind auch die Dinge, die in der Zukunft darüber entscheiden, ob du dich wohlfühlen wirst, wenn du mehrfach die Woche dort einkehren willst.

Solltest du nicht wirklich sicher sein, lass dir auf keinen Fall eine sofortige Unterschrift entlocken! Das Probetraining ist keine Gefälligkeit des Studios, mit der du eine „quasi-Verpflichtung“ eingehst, sondern es ist, wenn es angeboten wird, dein gutes Recht, welches du ohne das Gefühl nun im Zugzwang zu sein, wahrnehmen darfst. Ebenso sollte eine Bedenkzeit kein Problem sein.

Der Vertrag sollte natürlich fair sein und mit vernünftigen Kündigungsfristen ausgestattet. Natürlich gibt es auch noch die berühmten 24 Monats-Verträge, aber auch immer öfter findet man andere Vertragsformen mit monatlichen oder quartalsmäßigen Kündigungsfristen oder auch sogar 10er-Karten und andere Möglichkeiten, um erstmal auf den Geschmack zu kommen. Die Preise variieren hier von Discount-Preisen bei den Ketten für unter 20€, nach oben sind aber – wie immer und überall – kaum Grenzen gesetzt. Da muß man sich halt fragem ob es wirklich ins Budget passt, oder nur ins Wunschdenken, Mitglied bei Holmes-Place oder ähnlichen Anbietern zu sein… Ich denke für ein gutes Studio kann man einen Preis bis ca. 40-50€ akzeptieren, aber es geht natürlich auch oft preisgünstiger, wobei dann natürlich in der Regel dann auch das Angebot nur noch „Basic“ sein wird…

Nun gehen wir davon aus, dass du dich für eines der Studios entschieden hast und es wird ernst:

Dann kommt natürlich noch der berühmte Trainingsplan, den man zum ersten Training von einem Trainer erstellt bekommen sollte.

  • Vorangehen sollte dem ein ausführliches Gespräch über deine Ziele, Einschränkungen und ggf. Krankheiten, die bedacht werden müssen und einige Erklärungen, warum dir dein Plan so erstellt wird und nicht anders.
  • In manchen Studios wird auch ein kleiner Fitness-Test durchgeführt, in dem du unter Aufsicht einige Übungen absolvierst, die entsprechend den Ergebnissen helfen sollen, dich anfangs nicht zu überfordern, aber auch nicht zu unterfordern.
  • Wenn Du Gewicht verlieren willst, kannst du dich in den meisten Studios auch wiegen lassen und oftmals wird auch das Körperfett bestimmt (wobei die Messungen ähnlich genau sind, wie auf heimischen Körperfettwaagen, nämlich allenfalls Richtwerte…)

Nun heißen Fitness-Kaufleute natürlich nicht umsonst „Kaufleute“ und so kann es natürlich immer auch passieren, dass man dir versucht, irgendwelche Extraleistungen zu verkaufen… Das ist pauschal natürlich von meiner Position erstmal schwer beurteilbar, da ich mir aber grundsätzlich ungern was verkaufen lasse, bin ich bei sowas erstmal immer skeptisch. Denn natürlich ist es einfach, einem Newbie, der gern etwas erreichen möchte, aber noch nicht genau weiß, wie – 1001 Methoden aufzuschwatzen, schlicht, weil der sich argumentativ nicht wehren kann, da er (noch) kein Fachmann ist…

Um es auf den Punkt zu bringen: Man kann in einem Fitness-Studio mit den dort üblicherweise zur freien Verfügung stehenden Gerätschaften sowie einer gesunden Ernährung in einem moderaten Kaloriendefizit wunderbar abnehmen und benötigt keine zusätzlichen Programme, Diäten, Shakes, Wundermittel, Algenpackungen oder sonstigen Schnickschnack!!!!!

Einzige Ausnahme, die ich bei absoluten Newbies noch sinnvoll finde, sind ggf. eine oder ein paar Stunden mit einem Personal Trainer, die einem helfen, erstmal auf Spur zu kommen und eine Ahnung von dem zu bekommen, was und wie man seinen Körper am besten in Wallung bringt.

Wer diese Möglichkeit nicht wahrnimmt, dem wird aber meist auch so ein Trainingsplan erstellt, der in 95% aller Fälle solche oder sehr ähnliche Komponenten enthalten wird:

Das Training:

  • 10-15 Minuten Cardio auf einem Gerät deiner Wahl zum Warmup
  • Verschiedene Übungen auf der Gymnastikmatte und verschiedenen Geräten, die in der Regel was für die Bauchmuskeln (z.B.Crunches und Bauchmuskel-Maschine), die Brust (z.B. Butterflymaschine und Brustpresse), den Rücken (z.B.Latzug und Rudern), die Arme (z.B. Bizeps und Trizeps am Seilzug) die Beine (z.B.Beinpresse, Adduktoren und Abduktoren) beinhalten. Meist rät man dir zu moderatem Gewicht und ca. 15 Wiederholungen.
  • 30-45 Minuten Crosstrainer (oder Cardiogerät deiner Wahl) zur „Fettverbrennung“

Unabhängig davon, ob ich solch einen Plan generell für sinnvoll halte, finde ich es aber trotzdem wichtig, daß

  • der Trainer das erste Training komplett mit dir gestaltet,
  • sich Zeit für dich nimmt,
  • jede Übung möglichst anschaulich auf dem Trainingsblatt für dich festhält und
  • dir geduldig die richtige Ausführung der Übungen zeigt,
  • auch mal selber vormacht, wie das ganze richtig ausgeführt wird,
  • dir ggf. die Angst vor den mitunter monströsen Maschinen nimmt
  • und dir zeigt, welche Schrauben und Knöpfe du verstellen musst, um die für dich optimale Trainingsausführung durch die richtige Einstellung am Gerät zu erreichen.
  • Er sollte dir auch sagen, in welchem Umfang du Gewichte erhöhen kannst bzw. woran du merkst, ob das Gewicht vielleicht noch zu schwer ist.
  • Dann solltet ihr vereinbaren, wann der Plan wieder angepasst wird,

dies wird so in der Regel nach 12 Wochen angepeilt und du solltest diese 12 Wochen nicht nur dazu nutzen, fleißig zu trainieren, sondern dich auch schlau lesen, um dann schon selbst Ziele definieren zu können und einschätzen können, ob das, was der Kollege dir empfiehlt auch wirklich zielführend ist… Im besten Falle hast Du in der Zeit eh schon Kontakte geknüpft und dir selber genug Wissen angelesen, um nach und nach deine eigenen Pläne zu erstellen.

Und jetzt heißt es: „Sport frei!“ 😉

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2 Gedanken zu “Wie finde ich das richtige Fitness-Studio?

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