Welcome to the jungle – gesünder essen für Anfänger

Wer die Ohren aufsperrt und aufmerksam zuhört, dem kann es auf Dauer nicht verborgen bleiben: Nur wer seine Ernährung langfristig optimiert, dem wird es gelingen auch nachhaltig abzunehmen und später auch sein Gewicht zu halten.

Doch was tun… die Medien sind voll mit teils widersprüchlichen Ratschlägen und wenn man den Versprechungen der Werbung Glauben schenkt, merkt man bald, dass man damit ganz schön auf dem Holzweg landet.

Zig Studien die eigentlich nur ein Ziel haben: Denjenigen, der sie in Auftrag gegeben hat in seiner Weltanschauung zu bestätigen und im zweiten Schritt, alle konträren Ernährungs-Religionen zu verteufeln… Und natürlich mit dem völlig uneigennützigen Ziel, den Profit des Auftraggebers (oder der Lobby, die dahinter steht) zu steigern oder ihn mächtiger zu machen.

Wir sind alle des Lesens mächtig, ich unterstelle auch mal in den meisten Fällen auch des Verstehens und Verknüpfens – aber dennoch… der Titel des Posts ist nicht umsonst „welcome to the jungle“, denn genau das ist es nämlich: Ein Dschungel an Begriffen, Ideologien, Regeln und Geboten… Wie soll sich nun ein Newbie in Sachen gesunde Ernährung verhalten?

Meine beiden obersten Maximen lauten ja wie folgt:

1. Du bist ganz alleine für dich selber verantwortlich. Es liegt in Deiner Hand, wie viele Infornationen du dir beschaffst, was du davon glauben willst, welche Schlüsse du ziehst und was du letztendlich aus diesen Informationen machen möchtest.

2. Fang erstmal an, der Feinschliff kommt mit der Zeit.

Pixie

Ich möchte keine Abhandlungen über Ernährungsphysiologische Pros und Contras schreiben, sondern Tips geben, wie man erstmal ohne vertieftes Wissen anfangen kann, Kalorien zu sparen. Quasi eine Basis schaffen, von der ausgehend man seinen eigenen Weg suchen kann.

Here we go:

Gute Tips für den Einkauf:

  • Nimm dir Zeit!
  • Lies! jede! Nährwertangabe! und! Inhaltsliste!
  • Wenn du einen der Bestandteile nicht zuordnen bzw. nicht buchstabieren kannst: Lass es da!
  • Achte darauf, ob dem Produkt Zucker (in welcher Form auch immer) zugesetzt wurde.
    • Zucker im Müsli macht das ganze nur unwesentlich wertvoller, als Frosties oder Smacks.
    • Zucker in der Erdnusscreme, macht aus einem echten Powerfood nichts weiter als eine andere Nutella-Geschmacksrichtung
    • Fruchtsaft ist schon von Natur aus süß… zusätzlich zugesetzter Zucker macht das Ganze nur noch kalorienhaltiger
    • Selbst Mandelmilch und andere gesunde Milchalternativen kommen heutzutage gesüsst daher. Zwar nicht unbedingt mit Industriezucker, aber es treibt so oder so die Kalorien in die Höhe
  • Frage dich, ob die Kalorien in dein Budget passen und ob dir das Lebensmittel diese Kalorienmenge wert ist.
  • Achte auf Qualität
    • kaufe lieber frisch als abgepackt
    • lieber regional als eingeflogen
    • lieber zur Saison passend als z.B. Erdbeeren im Winter
    • je weniger Zutaten ein Produkt hat, um so besser
    • lieber „raw“ (=unverarbeitet) als verarbeitet
  • Gemüse und Obst sollten deine täglichen Begleiter sein, aber bedenke, auch Obst hat Kalorien. Mitunter gar nicht wenige, das kommt durch den enthaltenen Fruchtzucker.
  • Sei offen für Neues und experimentiere mit neuen Rezepten und Zutaten
  • Vermeide Fertigprodukte, Fastfood und industriell intensiv bearbeitete Lebensmittel

Nun zu den einzelnen Food-Gruppen und wie ich damit umging, bzw. inzwischen umgehe:

Obst:

Wohl das erste, was man auf seinen Plan nimmt, weil: Obst ist ja gesund. Stimm ich zu und unterstütze das voll und ganz.

Aber man muß sich bewußt sein, daß Obst Fruchtzucker enthält und dieser aufs Kalorienbudget geht… Besonders, wer von einer bestimmten Abnehm-Kirche kommt, und sich bis dato so viel Obst genehmigen durfte wie er/sie wollte, ohne wertvbolle Punkte zu verschwenden, muß hier etwas Aufmerksamkeit an den Tag legen. Aber es gibt auch hier viele verschiedene Ansätze. Manche essen aufgrund des Fruchtzuckers gar kein Obst mehr, andere ernähren sich quasi von Obst, finde heraus, was gut für Dich ist!

Meine Entscheidung:

Wie immer: Eine gesunde Balance ist schon mal viel Wert und so esse ich Obst auf jeden Fall öfter als früher aber ich lebe auch nicht davon. Auch Bananen und Weintrauben gönne ich mir, auch wenn sie recht viele Kalorien haben, aber meiner Meinung nach sind natürliche, unverarbeitet Lebensmittel (auch wenn sie kalorienreich sind) immer noch besser, als alles andere. Zumal schnell gemacht und einfach zu geniessen. Gewissenhaftes Kalorienzählen natürlich vorausgesetzt.

Gemüse/Salat:

Grün, Bunt, Gesund. Braucht man eigentlich nicht viel zu sagen, sollte so oft wie möglich und so wenig be- und verarbeitet wie möglich auf dem Speiseplan stehen

Meine Entscheidung:

Ich versuche so viel wie möglich davon in meinen Plan einzubauen. Frische Produkte zu verwenden und z.B. zum Salat Kalorienfallen wie Fertigdressings und vor Allem Sahnedressings zu vermeiden. (zumal selbstgemachtes Dressing ja auch viel besser schmeckt). Ein Schälchen geschnittenes Gemüse zum Abendbrot/ in der Lunchbox oder auch mal die klassische „Tomaten- oder Gurkenstulle“ sind eine leckere Möglichkeit, mehr Frische in den Speiseplan zu bringen. Eine wichtige Ausnahme mache ich: Frische Tomaten verwende ich nicht zum Herstellen von Tomatensoßen, da nehme ich ohne schlechtes Gewissen Dosentomaten, denn aus frischen Tomaten werden Sossen nie so fruchtig wie mit den eingedosten.

Milchprodukte:

Wers mag und verträgt, kann ohne Probleme auch beim Abnehmen weiter Milchprodukte konsumieren. Vielleicht ab sofort nicht mehr die Vollfett-Variante, aber auch mit 0,1%igem Jogurt kann man ein leckeres Salatdressing machen. Kefir mit Banane ist ein sattmachendes und super schmeckendes Mittagessen, wenn man es mal eilig hat und ohne Magerquark kommt aufgrund des wunderbaren Proteingehaltes eigentlich keine sportliche Abnahme aus. Ein Pfund Magerquark mit Beerenfrüchten und etwas Wasser und Sukrin zusammen in den Mixer (oder einfach kräftig umgerührt) ergeben eine tolle Proteinmahlzeit ganz ohne Pulver. Wer keine tierischen Produkte essen kann oder will, kann heutzutage aus einer Vielzahl von Alternativen auswählen, die für alle (Kuh-)milchprodukte eine Lösung anbieten. Hier muss man dann aber wieder drauf achten, ob das Zeug gesüsst wurde und womit…

Meine Entscheidung:

Milch nur noch 1,5%, Magerquark statt Sahnequark, aber davon immer sehr großzügig. Joghurt kann man prima den 0,1%igen nehmen und auch Schafkäse und Mozzarella sind in der Lightversion OK. Anders bei Camembert o.ä. – solche Leckereien kaufe ich bewusst selten, dann aber lieber das „gute Zeug“, damit man das Geschmackserlebnis nicht durch mindere „Light-Qualität“ kaputt macht.

Nüsse/Trockenfrüchte:

Gesunde Fette und Süssigkeit. Studentenfutter oder seine Bestandteile sind energierreich aber gesund, wenn man darauf achtet, dass weder Zucker noch Salz zugesetzt wurden.

Meine Entscheidung:

Nüsse mag ich so mittelgerne, so fällt es mir auch nicht schwer, die Portionen klein zu halten und nicht dauernd in die bei uns überall rumstehenden Schälchen zu greifen. Getrocknete Datteln und Feigen hingegen liebe ich und hier muss ich ganz klar drauf achten, nicht zu ungeniert zuzugreifen. Eine Handvoll Studentenfutter pro Tag passt sicher in jedes Budget, aber man muss dann aber auch aufhören können.

Man darf sich auch nicht übertölpeln lassen und auf „Saisonware“ wie gebrannte Mandeln oder Weihnachtsnüsse reinfallen, die dann mit Zucker oder Schokolade umhüllt sind, denn dann hat es sich schnell wieder mit „gesund“…

Eier:

Haben sich wohl inzwischen vom Stigma des bösen Cholesterin-Monsters befreit und so sehe ich nicht ein, warum Eier in jeder Zubereitungsform nicht wichtiger Teil eines jeden Abnehmplanes sein sollten.

Meine Entscheidung:

Oft und gerne auch mal nur als Snack, hartgekocht und auf die Hand, am liebsten als türkisches Rührei „Menemen“ mit Zwiebeln und Tomaten – aber ich achte bei Eiern auf Bioqualität und hoffe, das mir keine Batterieeier untergeschummelt werden

Fleisch/Wurst:

Fast schon eine ethische Frage, aber auch wer sich heute dazu entscheidet, noch Fleisch zu essen (wie ich), kann ein paar kluge Entscheidungen von Anfang an treffen, die eine direkte Auswirkung auf den Abnehmprozess haben können. Insgesamt hat sich allgemein die Menge reduziert, die ich im Laufe einer Woche zu mir nehme und das, was ich esse, darf dann auch von besserer Qualität sein.

Meine Entscheidung:

Ich esse eh am liebsten Geflügel und Rind, deshalb kommen bei mir Schwein und Schaf eigentlich nie auf den Tisch. Ich versuche sowohl beim Fleisch als auch bei der Wurst generell vom ganzen Stück essen, vermeide also Würste und Durchgekuttertes, da man da nie genau weiss, was genau drin ist und auch der Fettgehalt ist eher undurchsichtig. Hackfleisch oder Tartar hole ich an der Fleischtheke, oder wenn möglich beim Metzger und da auch grundsätzlich nur Rind. Beim türkischen Metzger kann man in der Regel dabei zusehen, wie das Fleisch durch den Wolf gejagt wird, so dass man das „Vorher“ zumindest mal gesehen hat.

Ich liebe Wurst, aber habe inzwischen fast vollständig aufgehört andere als Schinken (kein Formfleisch, richtigen Schinken!!!!) in allen Variationen zu essen – (Hier auch mal aus Schwein, da bin ich nicht so… Schinken deshalb, weil es eben vom „Stück“ ist und nicht irgendwas zusammengeklebtes. Ab und an auch mal Aspikwurst oder Corned-Beef, aber damit erschöpft sich die Auswahl inzwischen… (Als ich dem Ingenieur – meiner besseren Häfte, der zwar ne Menge, aber nicht alles mitmacht – letztens eine Fleischwurst holen wollte, hat sich mir bei der Auszeichnung auf der Packung ein bisschen der Magen umgedreht… „Truthahn-Separatorenfleisch“ stand da drauf und schon alleine das Wort hat mich dazu bewogen, von dieser Wurst nicht probieren zu wollen…)

Ab und an habe ich wirklich Appetit auf Salami oder Leberwurst… das gönne ich mir dann, sofern es ins Kalorienbudget passt, aber auch hier hole ich lieber wenig und frisch, als die Riesen-Familienpackung… Früher habe ich mir z.B. eine ganze ungarische Salami geholt und dann in fetten Scheiben verspeist, anstelle mir 100g in hauchfeinen Scheiben zu gönnen und so den Geschmack richtig zu geniessen.

Brot/Brötchen:

Ich liebe Brot und Brötchen. Wirklich! Aber beides hat einfach verteufelt viele Kalorien und mit 2 handelsüblichen Brötchen hat mal locker 300 kcal weg. Ohne Belag!!!!

Allerdings kommt man hier schnell an die Grenzen der rein praktischen Überlegungen, sich ein Lebensmittel einfach der Kalorien halber zu sparen. Wir begeben uns jetzt in den Bereich der „verarbeiteten Lebensmittel“ und hier fänngt es an, wirklich interessant, aber auch verwirrend zu werden… Je mehr man sich mit der Materie befasst, um so mehr wird man zu dem Thema finden und sich selbst seine Meinung bilden.

Kalorien zu sparen, indem man weniger davon isst, ist bei Bäckerei-Produkten nur ein Grund, sich einzuschränken… Denn es geht um Mehl… in der Regel um Weizenmehl, in jedem Falle aber um ein „Lebensmittel“, das der Gesundheit nicht besonders zuträglich ist, da es durch industrielle Prozesse und Züchtungstechnologien  stark verändert wurde und den Körper und das Wohlbefinden negativ beeinflussen kann… Das Problem ist, heutzutage ist in fast allem in irgendeiner Form Weizen enthalten und man muss schon ein kleiner Fuchs sein, wenn man es gänzlich vermeiden will oder gar muss. Das ganze Thema Weizen und Mehl ist sicher einen eigenen Post wert, vielleicht mach ich so einen sogar mal 😉

Meine Entscheidung:

Ich versuche, Brot aus 100% Roggenmehl zu kaufen, kein Fabrik-Brot, sondern lieber „Bäckerbrot“ und dann am liebsten von einem Bäcker, der mir ermöglicht, die Zusammensetzung seiner Erzeugnisse irgendwo nachzulesen. Der nächste Schritt wäre, mein eigenes Brot zu backen, hierzu konnte ich mich bisher noch nicht durchringen, aber wer weiss, vielleicht kommt das noch. Brötchen, Ciabatta oder Pide gibt es ab und an als Ausnahme z.B. im Restaurant, aber auf keinen Fall mehr täglich, sondern als Ausnahme.

Als kleinen Trick habe ich auch immer noch solches „Luftbrot“ zu Hause… Knäcke, Finncrisp, Filinchen oder Leicht & Cross, damit kann man sich mal über Wasser halten, der Vorteil ist, die Dinger haben pro Scheibe nur 25-40 kcal, so dass man sich „Menge“ und „Vielfalt“ vorgaukeln kann, indem man mit verschiedenen Belägen einen „Stullenteller“ zaubert. Macht aber nicht wirklich satt, so dass es eher in den Bereich „Psychokrücke“ gehört.

Sättigungsbeilagen:

Sobald man immer weniger Kalorien pro Tag zur Verfügung hat, stellt sich in der Regel ein Problem: Sättigungsbeilagen sind lecker, kosten aber einen Haufen Kalorien… Wir haben das alle anscheinend so drin, dass auf einen vollständigen Teller auf jeden Fall Kartoffeln, Reis, Nudeln, Pommes, Knödel… und/oder Brot gehören… In vielen Kantinen ist es Gang und Gäbe, die Beilage aus der ganz grossen Kelle auf den Teller geklatscht zu bekommen… da häufen sich dann plötzlich hunderte von Kalorien vor einem auf und es ist noch nicht einmal Soße und Fleisch auf dem Teller… Wenn ich überlege, dass ich früher öfter eine komplette Packung Miracoli innerhalb einer Mahlzeit alleine verdrückt habe, dann wundert mich heute nichts mehr…

Ich mag das alles auch super gerne, aber sobald man sich bewußt macht, wie viele Kalorien alleine in 100g Nudeln enthalten sind, fängt man an, zu überlegen, ob man das so möchte. Wenn ja, muss man dafür sorgen, dass man genug Kalorien im Budget hat, um sich das zu gönnen.

Meine Entscheidung:

Ich esse kaum noch Sättigungsbeilagen (abgesehen von Brot, Erklärung dazu im eigenen Abschnitt). So einfach. Bei mir gibt es eh selten Gerichte nach der altbekannten 3-Komponenten-Bauweise „Stück Fleisch/Fisch – Sättigungsbeilage – Gemüse“, sondern meine Hauptgerichte sind eher scharf gewürzte orientalische Schmortöpfe oder Gulaschs mit viel Fleisch und Gemüse mal mit mal ohne Tomatensosse. Zu denen benötige ich einfach keine weiteren Kohlenhydrate, weil sie auch so schon wunderbar satt und glücklich machen. Kartoffeln verwende ich regelmässig, allerdings nicht als Beilage, sondern als Gemüsekomponente, also in geringeren Mengen und nicht als Hauptbestandteil einer Mahlzeit. Gebratenes Fleisch am Stück wandert bei mir eher auf oder in den Salat, von dem ich dann entsprechend auch viel mehr essen kann, als wenn ich zusätzlich noch eine kohlenhydratreiche Beilage auf dem Teller hätte.

Kuchen/Süssigkeiten/Eis:

Meine Achillesferse… Das sind die Dinge, die mir am meisten fehlen und die man eigentlich soweit es geht vermeiden sollte, solnge man noch abnimmt und deren Konsum sich auch später, nach Erreichen des Zieles – leider in Grenzen halten wird müssen…

Meine Entscheidung:

Am besten gar nicht erst kaufen. Kämpfen, stark sein, nein sagen… Klappt mal mehr mal weniger gut, aber meistens doch besser als befürchtet. Kuchen und Kekse haben zusätzlich zu den oben beschriebenen Brot nun auch noch jede Menge Kristallzucker in sich (zum Zucker allgemein schreib ich auch einen Extrapunkt) und machen die Leckerei somit noch ungesünder… Ich durchforste das Netz nach gesünderen Alternativen und Rezepten und bin auch schon mehr als einmal fündig geworden, so dass es in meinem Speiseplan heute Dinge wie veganes Eis aus Bananen und Erdnussbutter, Brownies aus Datteln, Nüssen, Kakao und Hafer-Kekse ohne Weizenmehl und Zucker gibt.

Auch hier: Ab und an gönne ich mir inzwischen auch handelsübliche Süssigkeiten wieder, aber im ersten Jahr der Abnahme habe ich fast komplett drauf verzichtet. Meine Lebensretter damals waren der schon weiter oben erwähnte „Optiwell“-Schokopudding, Corny-Free-Riegel und eine Notfall-Tafel Lindt Edelbitter 99% im Kühlschrank. Oft stand ich im Supermarkt oder beim Bäcker und hatte mir eigentlich mental schon ein „goodie“ zugestanden, bin aber fast immer ohne irgendwas zu kaufen wieder raus gegangen. Der „Trick“ war: Vor dem Kauf in mfp den Kaloriengehalt checken und dann entscheiden, ob das kleine Stück Kuchen (oder was auch immer) diesen Kalorieneinsatz gerade wert ist… war es meist bei mir dann nicht – die Erwartungen an so ein Cheatmeal sind bei mir so unglaublich hoch, weil es ja so selten ist, dass es sowas gibt, dass es dann aber auch übergeil schmecken muss…

Was ich ganz schwierig finde, sind geöffnete Nutellagläser oder Schokoladentafeln, allgemein Süssigkeiten, die zu Hause anfallen, wenn man nicht allein lebt und der Partner nicht auf seine Süssigkeiten verzichten will (und auch nicht muss, denn es ist ja meine Reise und nicht seine) . Eine richtige Lösung habe ich dazu leider auch nicht anzubieten, ausser die Sachen wegsperren lassen und Selbstdisziplin. Aber wenn die versagt, geht auch schon mal der Löffel direkt ins Nutellaglass… Muss dann halt wieder abgearbeitet werden, hilft ja nüscht 😉

Lightprodukte:

Ich selber habe anfangs noch ganz viel Lightprodukte gekauft, um Kalorien zu sparen. Bis auf ein paar Ausnahmen habe ich den Kauf aber meist bereut und irgendwann eingestellt, da Lightprodukte in der Regel fettreduziert sind und der fehlende Geschmack dann versucht wird, mittels Süßstoffen und künstlichen Aromen zu kompensieren… klappt aber meist nicht, so dass man eigentlich direkt beim Essen bereut… Ich bin nicht generell gegen Lightprodukte, einige finde ich ganz akzeptabel (z.B. Schafkäse, der eh mit Kräutern eingelegt wird oder Mozzarella, der eh nach nix schmeckt, sich aber im Salat gut macht. Oder auch der berühmte Optiwell-Schokoladenpudding, den ich besonders am Anfang meiner Reise oft als einzige Süssigkeit für ganz harte Fälle zu Hause gebunkert habe.)

Meine Entscheidung:

Seltener, dafür dann aber das „Original“-Produkt mit vollem Fettanteil kaufen. Falls möglich in der kleinstmöglichen Verpackungseinheit, so daß nicht ganze Trümmer von Kalorienbomben im Kühlschrank rumliegen. Wenn mir ein Lightprodukt schmeckt, kaufe ich es auch ab und an, eben, weil es schmeckt und nicht primär, weil es Kalorien spart. Am Geschmack zu sparen hingegen überlege ich mir lieber dreimal.

Zucker/Süssungsmittel:

Hier bietet die Industrie viele verschiedene „Lösungen“ an, um das süße Geschmackserlebnis zu erhalten, aber ohne die lästigen Kalorien. Die Ergebnisse sind sowohl geschmacksmässig als auch unter gesundheitlichen Aspekten sehr unterschiedlich… Es gibt heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, den normalen Haushaltszucker zu ersetzen. Als da wären z.B. (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Stevia
  • Süsßtoff mit Stevia
  • Süßstoff ohne Stevia
  • Maltit
  • Fructose
  • Xylit (Birkenzucker)
  • Rohrzucker
  • Roh-Rohrzucker
  • Sukrin
  • Agavendicksaft/Agavensirup
  • Ahorn- oder Maple Sirup
  • Apfel- bzw. Birnendicksaft
  • Reissirup
  • Kokosblütenzucker

Wenn ich nachdenke, fallen mir bestimmt noch weitere ein, aber man sieht, die Liste ist lang, die Begriffe verwirrend, hier ist ganz klar einer der Ansatzpunkte, an denen man ansetzen muss um mehr über seine Ernährung und die Wirkung der Nahrung auf unseren Körper zu lernen.

Meine Entscheidung:

Ich habe und verwende keinen handelsüblichen weißen Zucker mehr. Es gibt im Haus eine Schachtel mit Würfelzucker für den Kaffee des Ingenieurs und alles andere, was bei uns süß gemacht werden soll, stammt von anderen süßen Quellen. Vieles davon kaufe ich im Reformhaus oder Bioladen und versuche so, auf Qualität zu achten und generell auch sparsam damit umzugehen. Bestimmte Zuckeraustauschstoffe (z.B. Maltitsirup in „zuckerfreien“ Gummibärchen) lösten bei mir erst gar nichts, aber in letzter Zeit heftige Verdauungsbeschwerden aus, so dass ich die Dinger leider auch nicht mehr essen kann.

Sukrin ist teuer aber ich leiste es mir, da es keine Kalorien hat und nicht als „Süßstoff“ also künstliches Süssungsmitel gilt. Xylit (oder auch Xucker) ist Birkenzucker, ein natürliches Süßungsmittel, wahrscheinlich gesünder als Sukrin, aber es hat auch immer noch 240 kcal auf 100g und einen leicht merkwürdigen Geschmack, so dass ich hier lieber zu Sukrin greife.

Dicksäfte, Sirups, all diese wunderbaren Dinge nutze ich gern, wenn ich beim Backen experimentiere.

Stevia hab ich da (sowohl den „echten“ als auch den versetzten von Canderel – also künstlicher Süßstoff mit etwas Stevia versetzt, um ihm den Anstrich von „gesund“ zu verleihen- so richtig traue ich mich an das echte Stevia nicht ran, weil das Zeug ja SEHR süss sein soll und dazu noch einen bitteren Nachgeschmack haben soll… Ich halte euch auf dem Laufenden) Das Canderel-Zeug versauert irgendwo im Schrank, seit ich mit den natürlichen Süßmachern experimentiere.

Ansonsten habe ich als „richtigen“ Zucker immer noch Roh-Rohrzucker da, wobei ich hier einfach drauf achte, gute Qualität zu erwerben (wobei man das ja heute selbst im Reformhaus nicht mehr zu hundert Prozent wissen und sagen kann, aber ich vertrau da einfach drauf, dass ich da nicht beschubst werde)

Getränke:

Viel Trinken ist wichtig, von daher sollte man einen Plan haben, womit man es schafft, am Tag mindestens 2 Liter zu sich zu nehmen. Die beste Wahl ist sicher Wasser und als Heissgetränk Tee. Natürlich ohne Zucker. Kaffee zählen die einen dazu, die anderen ausdrücklich nicht, da Kaffee zusätzlich noch entwässern soll, also den gegenteiligen Effekt hat…  Milch ist zwar flüssig, aber ich zähle sie eigentlich eher zu den Lebensmitteln.

Wer früher viele Softdrinks wie Cola, Fanta, Sprite getrunken hat, meint vielleicht, er macht es jetzt gesünder, wenn er auf Fruchtsäfte und Fruchtsaftgetränke umsteigt – Ein Blick auf die Zutatenliste ernüchtert schnell: zugesetzter Zucker und wenig Fruchtgehalt machen die schönen Säfte zur Zuckerfalle und wenig sinnvollen Alternative.

Smoothies sind beliebt, aber auch hier am besten selbstgemacht und nicht in Massen, denn Fruchtzucker geht ins Budget…

Lightgetränke mag der eine, der andere verteufelt sie, Fakt ist, sie haben keine Kalorien, über mögliche Schädlichkeit möge sich bitte jeder selbst informieren!

Alkohol hat überraschend viele Kalorien, ausserdem hat er bremsende Wirkung auf die Fettverbrennung, so dass ich persönlich froh bin, kein Fan von alkoholischen Getränken zu sein und nur ab und zu mal einen (oder auch mal mehrere) Cocktail oder Mädchenbier trinke, wenns ins Budget passt. Strawberry Daiquiri ist hier ein heisser Tip, der pro Glas nur rund 140 kcal haben soll…

Meine Entscheidung:

Ich mag Wasser, am liebsten aus der Leitung, von daher keine grosse Änderung. Im Sommer, wenn ich etwas mehr Geschmack und Abwechslung haben will, mache ich mir Eistee ohne Zucker und ab und an nutze ich unseren Sodastream und mische mir zuckerfreie Limonade (gibts als Sirup in verschiedenen Sorten von Orange über Zirone, Cola, Waldmeister bis hin zu Kirsche, welcher auch mein Favorit ist. Wenn ich mal ganz wild bin, mische ich auch mal Sirups, Himbeer-Zitrone ist zum Beispiel lecker). Da ich Kohlensäurehaltige Getränke eher ungern mag, ist das ebenso die Ausnahme, wie eine Coke Zero oder Light im Restaurant.

Ansonsten liebe ich auch in heissem Zustand Tee in fast allen Variationen. Sommers wie Winters sei er nun schwarz, rot, weiss oder Roibos (nur mit Grüntee kann ich nicht ganz so viel anfangen, aber vielleicht kommt das noch, Früchtetee war früher auch ein Unding für mich…)

Ausserdem trinke ich Latte Macchiato, Cappuccino und andere Fancy-Coffees in allen erdenklichen Variationen rauf und runter… Das ist auch das einzige, bei dem ich nur bis zu einem gewissen Grad zu Einschränkungen bereit bin.

Ich liebe Starbucks und seine Produkte und auch alle anderen Coffee-Shops, die ordentlich gebrühten Kaffeee mit Milchschaum anbieten… Ich lasse mir grundsätzlich 1,5%ige Milch geben und verzichte auf Sahne als Topping und Bestellungen mit Caramell-Sirup etc. sind die Ausnahme, wenn ich mir mal was Besonderes gönne. Daheim habe ich einen Milchaufschäumer und einen Vollautomaten und einen Riesenfundus an Sirups, Kaffeegewürzen und Toppings verschiedenster Art. Allerdings achte ich hier inzwischen auf Qualität und Inhaltsstoffe. Meine Favoriten sind die Karamellsosse von Biovegan und die verschiedenen Sirups/Saucen von St.Dalfour nehme – hier am liebsten die Schoko-Kaffee oder Schoko-Himbeer Variation.

Ich hoffe, ich kann hiermit die eine oder ander Anregung geben.

Was ich generell auffällig finde, ist, dass man mit zunehmender Beschäftigung mit dem Thema „Abnehmen“ fast zwangsläufig auch zum Thema „Nachhaltigkeit“ und „Achtsamkeit“ gegen sich und seine Umwelt kommt…

Themen, die im ersten Moment nichts mit dem Abnehmen an sich zu tun haben, spielen plötzlich mit rein und so möchte ich hier auf zwei Artikel verweisen, die sozusagen den Kreis schliessen und den den Bogen rund machen.

Einmal einen sehr schönen Text von stonefrog zum Thema Discounter und gesunde Ernährung

und zum anderen

bei Fräulein Fiete ein paar tolle Anregungen, wie man seinen Alltag mit ein paar kleinen Tricks bewusster und nachhaltiger gestalten kann

Wie habt ihr die Umstellung auf „gesund zum Abnehmen“ gestaltet? ich freue mich auf Tips und Tricks!

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8 Gedanken zu “Welcome to the jungle – gesünder essen für Anfänger

  1. Sehr gut und schön geschrieben! Schön zu wissen, dass doch irgendwie alle, die sich länger mit Ernährung beschäftigen, früher oder später zu den gleichen Schlussfolgerungen gelangen 🙂

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  2. Jaja, der gute Optiwell-Pudding 😀 – Ich finde es faszinierend, wie alles ineinandergreift… gesund essen, auf Nachhaltigkeit achten… irgendwie alles gut, um sich körperlich und geistig besser zu fühlen! Da passte dein Artuikel einfach perfekt! LG

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