Yin, Yang und Yong – das Prinzip der sportlichen Dreieinigkeit

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Wenn man anfängt, sein Leben umzukrempeln und aktiv wird, ist es erstmal ziemlich schnuppe, was man genau macht, hauptsache, man sperrt den fetten Schweinehund mehrmals in der Woche irgendwo ein und bewegt sich ausgiebig und schweisstreibend.

Je tiefer man allerdings in die Materie eindringt, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich und man beginnt vielleicht, sein Training zu intensivieren und der Wunsch erwacht, nicht nur mehr, sondern auch optimierter zu Werke zu gehen…

Wenn man wie ich eher der pi-Mal-Daumen-Typ ist, geht das mit viel Quer-Lesen und rumbasteln und Trial and Error vonstatten. Manch anderer absolviert mit ähnlichem Erfolg ein Freizeitstudium der Sportwissenschaften und wägt akribisch professionelle Trainingspläne gegeneinander ab und braucht etwas, an das er sich fortan minutiös halten kann…

Wie dem auch sei, im heutigen Artikel möchte ich einfach darüber berichten, warum ich heute trainiere, wie ich trainiere und warum ich besonders das Einbeziehen von Bewegungsformen, wie Yoga, QiGong oder auch TaiChi für besonders wichtig halte.

Bevor ich meine eigenen Gedanken zum Besten gebe, möchte ich hier einmal ganz bewußt aus Arnold Schwarzeneggers Buch „Bodybuilding für Männer“ zitieren, welches ich (obwohl ich augenscheinlich nicht Zielgruppe bin) für ein ganz wichtiges Buch für alle halte, die die Motivation und eine umfassende Einführung auf dem Weg in ein gesundes Leben suchen… here we go:

 

Was ist Fitness?

Physische Fitness schliesst die Entwicklung aller physischen Fähigkeiten des Körpers ein…

…Neben dem progressiven Gewichtstraining bin ich immer viel gelaufen und hatte auch Streckübungen im Programm. Meines Erachtens hat die umfassende Fitness drei Komponenten:

1. Aerobe Leistungsfähigkeit. Bei aerober Aktivität wird viel Sauerstoff verbraucht. Der Sauerstoff wird durch das Herz-Kreislaufsystem zu den Muskeln geleitet. Dieses System entwickeln wir durch Dauerübungen mit hoher Wiederholungszahl. Laufen, seilspringen, schwimmen oder radfahren sind beispielsweise geeignet.

2. Flexibilität. Im Laufe der Zeit verkürzen sich Muskeln, Sehnen und Bänder, so daß der Bewegungsspielraum eingeengt und die Verletzungsgefahr erhöht wird. Dieser tendenz können wir jedoch mit Streck- oder Yogaübungen entgegenwirken.

3. Muskel-Verfassung. Es gibt nur eine Möglichkeit die Muskeln zu entwickeln und zu kräftigen: Widerstandstraining. Wenn die Muskeln bei der Kontraktion Widerstand überwinden müssen, passen sie sich diesem Belastungsgrad an. Und genau das erreichen Sie am Besten mit Gewichtstraining.

Arnold Schwarzenegger – Bodybuilding für Männer – Erstveröffentlichung 1981

Seit 1981 hat sich eine Menge getan… Frauen (also ich 😉 ) fühlen sich von Arnolds Buch angesprochen und trainieren mit den Jungs um die Wette… und die schlichte Wahrheit im oben zitierten Abschnitt (immerhin empfiehlt Arnold Schwarzenegger schon 1981 YOGA!!!! – aber er hat ja schliesslich auch Balletstunden genommen, von daher wundert mich das gar nicht!) hat Millionen von Fitnesstrends überlebt und ist heute so gültig wie damals.

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Ich möchte nun zusätzlich zu den positiven körperlichen Benefits dieser Trainings einen weiteren Faktor ins Spiel bringen, der dafür spricht, die empfohlene Dreiteilung für sich zu entdecken. Nämlich die seelisch/psychologischen Aspekte.

Arnold Schwarzenegger weist lediglich auf die körperlichen Vorteile hin, ich möchte weiter gehen und behaupten, dass jede der drei Trainingsformen wichtige seelische Bedürfnisse des Trainierenden befriedigt, die für einen erfolgreichen Prozess von Gewichtsreduktion und Erlangung einer guten Fitness absolut wichtig und mehr als hilfreich sind:

Durch regelmässiges Ausdauertraining (und hier zähle ich zusätzlich zu Arnolds Vorschlägen natürlich auch das Walken dazu) und die dadurch erreichte Stärkung des Herz-Kreislaufsystems steigt generell das Wohlbefinden, die Ausdauer beschränkt sich nicht nur auf die sportliche Aktivität, sondern hält Einzug in das gesamte Leben. Viele Dinge fallen einem plötzlich leichter. Man schwitzt und japst nicht mehr so schnell und traut sich generell wieder etwas zu, ohne direkt Angst zu haben, Seitenstechen und ne rote Birne zu bekommen Ausserdem berichten viele Ausdauersportler von dem angenehmen Gefühl, das durch die positive Monotonie der Bewegungen ein hervorragendes „Abschalten“ möglich ist. Man bekommt im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf frei, kann neue Gedanken fassen, den Tag verarbeiten und stresslos Pläne für die Zeit nach dem Training machen. Andere schätzen vielleicht die konzentrierte Geselligkeit von Laufgruppen, in denen jeder seinen eigenen Plan verfolgt, aber dabei nicht allein ist.

Krafttraining sorgt wie schon beschrieben dafür, dass die Skelettmuskulatur gestärkt wird, im besten Falle wächst und somit insgesamt den Kalorienumsatz des Körpers erhöht, da der Erhalt der Muskeln viel Energie erfordert. Hinzu kommt insbesondere beim Krafttraining mit schweren Gewichten das Gefühl, etwas zu leisten, eine Sache zu schaffen, was einen wirklichen Boost für Selbstbewusstsein und Ego zur Folge haben kann. (Natürlich ist man auch stolz, wenn man gute Zeiten läuft oder das erste Mal 5 oder 10 km am Stück durchgejoggt ist, aber ich persönlich empfinde das Gefühl beim Krafttraining einfach noch mal intensiver, wenn ich 3 saubere Sätze mit einem fordernden Gewicht abgeliefert habe.) Hinzu kommt, dass man schnell lernt, dass für ein erfolgreiches Training absolute Fokussierung und Konzentration nicht nur hilfreich, sondern obligatorisch ist… Um gut und hart zu trainieren, muss man lernen, den Stress des Tages für den Zeitraum des Trainings auszublenden, damit man sich auf das, was man schaffen will, konzentrieren kann. Nebenbei baut man dann in den meisten Fällen den negativen Stress auch noch auf natürliche Art ab, wenn man sich ordentlich auf das Training fokussiert und fühlt sich hinterher zwar ausgepowert aber zufrieden und ausgeglichen.

Bleibt noch die dritte Komponente. Dem, was viele entweder komplett ausblenden oder aber dazu neigen, es gleich obssessiv zu betreiben und die anderen beiden Bereiche zu vernachlässigen… Yoga ist in aller Munde und in allen Studios ein fester Bestandteil der Trainingspläne. Yogaschulen schiessen aus dem Boden und auch „exotischere“ Bewegungs- und Entspannungsformen wie QiGong und TaiChi haben Hoch-Konjunktur und manchmal hat man das Gefühl, auf jeden Übenden kommen mindestens zwei Lehrer. Aber auch die Bedeutung der Faszien für den Bewegungsapparat und die allgemeine Gesundheit spricht sich mehr und mehr rum und Foamroller, Blackrolls und Thai-Massage sowie Yin-Yoga werden immer beliebter und salonfähig.

Des gesundheitlichen Aspekt aller Dehn- und Streckübungen als fester Bestandteil des Trainings ist also bereits behandelt worden, bleibt noch der metaphysische Aspekt von solch „weichen“ Bewegungsformen, wie den oben aufgezählten: Es tut der Seele einfach gut. Wir leben in einer hektischen Zeit und nun kommt auch noch der ganze Sport und das Ernährungsgedöns dazu, manchmal dröhnt der Schädel und die Gedanken hören gar nicht mehr auf zu kreisen… Da tut es gut, mal für eine Stunde ganz bei sich zu sein, den Kopf „leer“ zu machen und sich nur auf sich selber und seinem Wohlergehen zu konzentrieren, ohne dass man dabei hunderte von Kilo durch die Gegend wuchten muß.

Diesmal wirklich lange Rede und kurzer Sinn:

Ich achte darauf, alle drei Bereiche ausgewogen in mein Training einzubeziehen. Ausdauer- und Krafttraining halten sich meist die Waage, ab und an gebe ich meinen Stimmungen nach und dann ist mal eine Zeit das eine dominanter als das andere, aber meist komme ich auf je zweimal die Woche Laufen und Krafttraining. Hinzu gehe ich mindestens einmal die Woche in einen Yoga- oder QiGong-Kurs und stretche grundsätzlich nach dem Gewichtetraining den ganzen Körper für ca. 15-20 Minuten.

Pixie

 

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