Manchmal ist einfach alles Mist! – Pamphlet wider das Aufgeben

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Ich dachte immer, mir passiert das nie… Die totale Motivationsflaute… keinen Bock auf gar nichts mehr und schon gar nicht darauf, noch weiter Kalorien zu zählen und drauf zu achten, dass möglichst nur gesundes Zeug in die Futterluke kommt…

Nun isses aber passiert und ich muss überlegen, wie ich damit umgehe…

Situationsanalyse:

  • Ziel war, nachdem ich 2013 ca. 41 kg abgenommen hatte, bis zum Sommer 2014 auf 59 kg zu kommen und dann mit einem Puffer von ca. 3 Kilo auf Halten zu gehen und das Leben weiter zu geniessen
  • Ich bin mit knapp 68 kg auf 1.59m ins Jahr 2014 gegangen…
  • Seit dem geht es im Zickzack zwischen diesen 68 kg und 64 kg hoch und runter…
  • Überraschenderweise (Danke MFP-Statistik) und trotz einiger Peaks nach oben aber dennoch Tendenz leicht (quasi unmerklich) nach unten, so dass die Schwankungen inzwischen nicht mehr bis 68 hoch gehen, sondern nur noch bis 66 kg, aber so richtig befriedigend ist das trotzdem nicht…
  • Gefühlt ist nämlich irgendwie nichts mehr passiert, es dauert halt alles inzwischen so unendlich lange, dass es kaum auffällt, dass irgendwie doch noch was geht…
  • Maaße ändern sich auch nicht mehr, der Bauch hängt und ob das nun wirklich noch Fett oder nur noch Hautlappen ist, werde ich demnächst mal einen Arzt abklären lassen…
  • Die Zeiten, wo man alle 2-3 Monate eine Kleidergröße kleiner brauchte, sind auch unwiderruflich vorbei, was allerdings dem Portemonaie ganz gut tut…
  • Gesund essen macht spaß, aber die schwer kontrollierbare Lust auf stark zucker- und weißmehlhaltige Lebensmittel, insbesondere Eis, Süßigkeiten und Kuchen/Gebäck/Kekse geht einfach nicht weg wird immer größer, je länger der Prozess dauert…
  • Sport hat sich eingependelt, macht Spaß und ist zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil meines Lebens geworden. Allerdings wirkt sich der allgegenwärtige Overflow an innovativen Trainingsplänen, Workouts und „todsicheren“ Tips nicht gerade motivierend aus, was Neues zu probieren… ich fühle mich gerade recht wohl mit dem was tue, auch wenn das bedeutet, dass ich mich innerhalb meiner „Comfort Zone“ bewege…
  • Privater Stress wirkt sich unerwartet negativ auf die Gesamtkonstitution und -motivation aus. Das „Projekt“ Abnehmen und Gesundheit konnte insbesondere in den letzten 2-3 Monaten nicht mehr in dem Maße von dem Übermaß an freier Zeit profitieren, wie ursprünglich geplant und in den ersten Monaten auch umgesetzt… Allgemeine Lethargie hat sich breitgemacht.

Ich fühlte mich in den letzten paar Wochen psychisch erschöpft, hatte ständig Appetit auf alles mögliche und die Disziplin, die ich im letzten Jahr problemlos hatte (was insbesondere das „Nein sagen“ beinhaltet, in dem Wissen, dass die guten Sachen auch in 1 Woche oder 2 Monaten oder einem halben Jahr noch verfügbar sein werden), war oft nicht mehr aufzubringen…

Das Kalorienziel konnte ich zwar meistens einhalten, aber die Situation wurde mental mehr und mehr belastend und brachte das Gefühl mit sich, mal wieder etwas „nicht durchgehalten zu haben“…

Natürlich ist das nicht die einzig wahre Sichtweise, denn der Weg, den ich bis hierher gegangen bin, wird ja dadurch nicht geschmälert, auch wenn naturgemäß die Dinge, die hinter uns liegen, mit der Zeit etwas verblassen und scheinbar an Bedeutung verlieren. Durch die „Höher, Schneller, Weiter“-Mentalität unseres heutigen Lebens und die Schnelllebigkeit der auf uns hereinprasselnden Reize, sind wir immer auf der Jagd nach dem nächsten Höhepunkt, der Überbietung unserer bisherigen Bestleistung… Und wenn nun unser Körper plötzlich nicht mehr mitmacht und sein eigenes Tempo einschlägt, setzt halt die emotionale kalte Dusche ein…

Was also tun?

  • Aufgeben kommt nicht in Frage… soviel ist klar!!!!!
  • Ich habe mir jetzt höchstpersönlich erstmal für ein paar Tage Pause von der gesunden Ernährung verordnet…
  • Das Kalorienziel habe ich auf „Gewicht halten“ hochgestellt, das Tagebuch bei MFP zugemacht und esse seit dem alles (und ich meine wirklich alles), worauf ich gerade Lust habe…
  • Loggen tu ich trotzdem, denn es ist natürlich interessant zu sehen, was mir in dieser Situation ins System kommt und wie viel davon, ohne dass mir bisher schlecht geworden wäre…
  • Wenn ich jetzt keine Lust zum Sport hätte, würde ich mich nicht zwingen, aber zu meiner eigenen Freude, habe ich nach wie vor Bock drauf, mich im Gym zu zerstören oder die Elbchaussee entlang zu rennen (auch gern mal im strömenden Regen) und auch, so viele Wege wie möglich zu Fuß zurück zu legen.
  • Sobald meine Weiterbildung jetzt am Donnerstag anfängt, werde ich wieder mehr darauf achten, gesunde Entscheidungen zwecks Essen zu treffen, ob ich dann erstmal weiter auf Gewicht halten bleibe oder wieder zu 1200+Fitbit-Schritte+Sport zurückkehre oder eine andere Berechnung zu Grunde legen werde, sehen wir dann…

Was mir emotional in den letzten Tagen und Wochen zunehmend immer schwerer gefallen war, war die Kommunikation innerhalb meines Netzwerkes hinsichtlich Empathie und Verständnis, aber ich denke, wenn man gerade selber kaum die Eier für sich selber hat, ist es nicht einfach, anderen Menschen welche dranzureden…

Von daher möchte ich mich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich bei allen Abnehmbuddies bedanken, die mich aufgemuntert, angefeuert oder auch einfach nur getröstet haben…

 

Fazit:

Manchmal hilft es…

  • …sich bestimmte Dinge einmal genau vor Augen zu halten (im Wahrsten Sinne des Wortes), so das man begreift, dass Langsam ungleich Stillstand ist (auch wenn es so Langsam ist, dass es wie Stillstand aussieht)
  • …sich einfach mal ein paar Tage Ferien vom Selbst und vom Plan zu nehmen und ohne schlechtes Gewissen sich mal treiben zu lassen
  • …einfach zu sehen, dass sich das Leben insgesamt so verändert hat, dass bestimmte Aspekte einfach nicht mehr wegzudenken sind, auch wenn man in anderen Bereichen gerade einen Ausflug in die schlechten alten Zeiten macht
  • …mal nur an sich selbst zu denken und herauszufinden, daß man auch selbst mal derjenige sein kann, der sich mental helfen und motivieren lassen muss…
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Ein Gedanke zu “Manchmal ist einfach alles Mist! – Pamphlet wider das Aufgeben

  1. Hallo Pixie,
    ich kann nur schwer nachvollziehen wie es dir im Moment geht, denn das was Du bisher erreicht hat ist nur mit einem Wort zu beschreiben, Wahnsinn!
    Das heute aber zwischendrin mal die Luft raus ist, Kann ich mir sehr gut vorstellen. Sind aber diese Phasen nicht normal? Die Psyche eines Menschen ist von Tag zu Tag anders und manchmal genügt es nur eine Kleinigkeit und man ist unzufrieden, traurig oder wütend, solange es aber nicht die Regel ist, ist es ok. Mir geht es auch so. Im Moment bin ich so fixiert darauf die Zahlen auf der Waage purzeln zu sehen, aber seit 2 Wochen tut sich nichts. Auch wenn ich merke dass mein Körper sich formt, befriedigt mich das nicht wirklich und meine Laune sinkt. Aber das ist einfach auch Tagesform abhängig.
    Mach dich nicht verrückt, du hast so viel erreicht und wenn du Bock drauf hast dir was zu gönnen, dann genieße es auch und das ohne schlechtes Gewissen.
    Gruß Joschi

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