Am Anfang war der Weg – zum „Walker“ mit drei einfachen Regeln

Glückwunsch, du hast dich entschieden, deinem Speck den Kampf anzusagen!

Es ist unbestreitbar notwendig, dass man sich eine Basis an sportlicher Betätigung schafft, wenn man sich auf den Weg macht, um viel Gewicht zu verlieren.

Wir wissen eigentlich, dass es unumgänglich ist, aber so viele Übergewichtige es gibt, mindestens doppelt so viele Argumente gibt es, eben keinen Sport treiben zu KÖNNEN!

BULLSHIT!!!

Wenn man es einmal auf das Wesentliche runterbricht, bleibt in den meisten Fällen (abgesehen von ärztlich gesicherten Diagnosen, die sportliche Betätigung gänzlich ausschließen) nichts anderes übrig, als

  • Unsicherheit
  • Bequemlichkeit/Faulheit
  • Angst

Natürlich ist jeder Aufbruch zu unbekannten Ufern mit Unsicherheit und Ängsten verbunden, das liegt in der Natur des Menschen, und besonders wir „Dicken“ haben ja nicht umsonst einen „Fettpanzer“, denn wir sind in der Regel sensible Wesen und höchst ungern Ziel von Hohn und Spott.

Dass da der Schritt ins hippe Fitness-Studio (voller Spiegel und schöner, durchtrainierter Menschen, die auch noch genau zu wissen scheinen, was sie da tun), schwerfällt, wird jeder verstehen, der schon einmal in dieser Position war.

Ausserdem sind wir ja auch alles andere als Fit und beweglich und davon abgesehen, dass wir bei jedweder körperlicher Anstrengung scheisse aussehen, sitzen auch die Sportklamotten (so man diese Baumwollsäcke so nennen möchte) nicht so, dass man sie der Öffentlichkeit präsentieren will.

Was also tun?

Wir brauchen eine Art Grundausdauer, die wir uns am besten aneignen, bevor wir quasi in die „Öffentlichkeit“ treten…

Anfangs ist die Auswahl bei den meisten eh sehr beschränkt… Joggen und Körpergewichtsübungen (Calesthenics) – die man alleine und zumindest letztere ja eigentlich bequem zu Hause trainieren könnte – kommen mit großem Übergewicht einfach nicht in Frage, da das hohe Gewicht die Ausführung der Übungen unmöglich macht und auch die Gelenke nicht die stärksten sind, was dann schnell zu Überlastung, Schmerzen, Frustration, Aufgeben führt.

Natürlich sind wir ehrgeizig, motiviert und möchten und auch sehr ungern eingestehen, dass wir völlig aus der Form sind… trotzdem ist es klüger, wenn man mit einer Bewegungsform beginnt, die einen zwar fordert, zum Schwitzen bringt, aber nicht überfordert.

Gehen ist für Übergewichtige eine tolle Aktivität und für jeden untrainierten, der 20kg oder mehr zu viel mit sich rumschleppt auch auf jeden Fall schon eine sportliche Betätigung.

Ich kann mich noch genau erinnern. Es war bitterkalt draußen, irgendwann Ende Januar 2013 und ich hatte mich entschlossen, etwas zu ändern… So hab ich mir dann eines schönen Abends meine Turnschlappen angezogen, meine Themo-Joggingshose mit Baumwollleggins drunter und meinen Fleecepullover mit Kapuze in XXL über ich weiß nicht, wie viele Schichten Baumwolle gezogen. Das ganze garniert mit meinem pinken Pali-Tuch mit Totenköpfen und fertig war ich in meinem ersten Sportoutfit!

Pixie

  • Regel 1: Du machst Sport! Trage Sportkleidung! Auch wenn du „nur“ 20 Minuten stramm um den Block marschierst, es ist DEIN Sport, also kleide dich entsprechend. Es hat eine psychologische Bedeutung. Du grenzt diese Tätigkeit ab, machst sie zu etwas Besonderem, gewöhnst dich daran, Zeit für Sport freizuschaufeln.

Es war glücklicherweise schon dunkel, die „Gefahr“, fitten Menschen, bzw. Menschen überhaupt zu begegnen, war also gering… Ich also raus in die Kälte, ein Hörbuch auf den Ohren und ab dafür… nach ca. 1,5 km war ich so durch, dass ich umkehren musste und als ich nach ca. 30-45 Minuten komplett durchgeschwitzt wieder daheim war, hatte ich insgesamt knapp 3 km zurück gelegt und brauchte dringend eine heisse Dusche, was zu Essen und mein Bett!

Pixie

Regel 2: Hör auf Dich und Deinen Körper, aber sei kein Weichei! Am Anfang muss noch kein Mensch, egal wie rund, komplett verkabelt und mit tausend Fitnessgadgets verbunden auf die Rolle gehen… Das bewusste in sich hineinhören und spüren, wie der Körper auf die ungewohnte Belastung reagiert, ist eine gute Schule und macht das Anfangen einfacher. Mach was du kannst und nicht, was jemand (ein Programm, eine App, sonstwas) meint, dass du können solltest. Du bist Herr über Dich und Deine Leistung, du entscheidest, wann genug ist, aber mach es dir auch nicht zu leicht. Es ist völlig OK, außer Atem zu sein, zu schwitzen, ne rote Birne zu kriegen und auch ein bisschen schwere Beine und der Muskelkater am nächsten und übernächsten Tag sind willkommen.

Nun hast Du also deine erste Trainingseinheit hinter dir und du bist (zu Recht!!!!) stolz wie Oskar, dass du es einmal geschafft hast, dich zum Sport motivieren!

Jetzt sollten zwei Dinge NICHT geschehen:

  • Bitte belohne dich für die erbrachte Leistung NICHTmit einer Pizza!
  • Bitte sorge unbedingt dafür, dass der heutige Erfolg kein einmaliges Erlebnis wird, sondern du das heutige Ergebnis bald möglichst wiederholst und dann sukzesive in den Schatten stellst.

Regel 3: Gewöhne dich daran, regelmäßig mindestens 2-3 mal die Woche eine solche Walking-Tour zu machen und dabei langsam aber stetig die Strecke zu verlängern und den Schritt konstant flott zu halten.

„Krücken“, die dich langfristig motivieren können, weiter zu machen:

  • Ein Schrittzähler (Pedometer) oder eine entsprechende App für das Smartphone kann dir mehr Aufschluss darüber geben, was du geschafft hast, wie viele Kalorien du verbrannt hast und in welchem Maße du dich steigerst.
  • Wenn du es einfacher halten willst, reicht auch erst mal, immer die gleiche Strecke (oder auf einem Sportplatz) zu gehen und mittels der Armbanduhr ermitteln, ob du in der gleichen Zeit eine weitere Strecke gegangen bist. Wenn du dich von Walk zu Walk quasi von Kreuzung zu Kreuzung hangelst oder ähnliche Fixpunkte wählst bekommst du einfach eine subjektive Erfolgskontrolle, ohne dich gleich komplett zu digitalisieren.
  • Stell dir eine fetzige Playlist zusammen, deren Rhythmus zu deinem Tempo passt und lass dich von der Musik tragen. Hierbei gibt es keine Genre-Limits, ich selbst habe von Metal über Alternative , Techno, Dubstep und Rap/Hip-Hop bis hin zu allbekannter Pop-Musik eine lange Liste von sporttauglichen Songs, die sich immer mal wieder erweitert… youtube-surfen ist da sehr überraschend und dankbar.
  • Oder nimm dir spannende Hörbücher vor, die die Zeit im Fluge verfliegen lassen. HÖRE DEIN HÖRBUCH NUR BEIM WALKEN, dann hast du einen Anreiz, bald wieder die Sportschuhe zu schnüren, schliesslich möchtest du ja wissen, wie es weiter geht.

Es mag sein, dass du beim Walken bleibst. Vielleicht hast du aber auch bald Lust auf andere Sportarten, mehr Abwechslung oder vielleicht entdeckst du deine Begeisterung für Nordic Walking… just do it! Möglicherweise bekommst du aber auch nach einiger Zeit  Bock, „mehr“ zu wagen… du willst vom „Walker“ zum „Jogger“ werden… wie das klappt, erzähle ich dann beim nächsten Mal, also…

Stay tuned! 🙂

PS: Natürlich ist flottes Gehen auch später wenn wir schon schlanker und fitter sind immer eine gute Alternative zum Auto- oder Bahnfahren… Seit ich auf meinem Weg bin, mache ich zusätzlich zu all dem Sport, den ich inzwischen für mich entdeckt habe, immer wieder die Erfahrung, dass ich einfach gerne zu Fuss gehe 🙂

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2 Gedanken zu “Am Anfang war der Weg – zum „Walker“ mit drei einfachen Regeln

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