Dinge, die die Welt (beim Abnehmen) nicht braucht – und welche doch!

Fitnesstracker, Pulsuhren, Eiweiss-Shakes, Diät-Pillen und Waagen, die Dir (und der Welt, wenn du nicht auf Deine Datenschutzeinstellungen achtest) bis hin zu Deiner Stuhlqualität alles über dich sagen können…

Die Werbung weiss ganz genau, was Du alles brauchst, um Dein Ziel zu erreichen und für immer im Tal der Glückseeligen Einzug zu halten…

Die Werbung LÜGT!!!!!

Ein paar Dinge sollte man wirklich haben/anschaffen, wenn man es ernst meint, mit dem gesünderen Essen und der Bewegung. Aber keinesfalls sind es Dinge, für die man seine Seele verkaufen muss… oder einen Grossteil seines Vermögens opfern. Manches gibt es sogar kostenlos und dabei völlig legal…

Vieles andere kann man zum Einstieg und für die Erhaschung der Grundidee erstmal kostenlos im Internet nachlesen und manches sogar auch auf den gängigen Portalen anschauen, bevor man z.B. für eine Vollversion einer Trainings-DVD den vollen Preis bezahlt.

Hier meine ultimative Liste der Dinge, die man sich meiner Meinung nach wirklich anschaffen sollte, wenn man durchstartet:

1. Ein Paar gute=gut passende=gut aussehende=gut stabilisierende Laufschuhe

Egal, ob Du schon joggen kannst, es überhaupt willst, oder eher von der gehenden oder tanzenden Fraktion bist. Ein Paar robuste, gut passender Laufschuhe sind ein Muss für den gesunden Fuss und Körper. Zudem hat das Schnüren der Trainingsschuhe einen ungeheuren psychologischen Effekt, auch wenn man „nur“ 20 Minuten um den Block marschiert. („Ich mache jetzt Sport! Stört mich nicht! Das ist MEINE Zeit und nichts und niemand kann mich davon abhalten. Sobald ich die Dinger wieder ausgezogen habe, bin ich dann wieder ansprechbar für alle Probleme dieser Welt!“)

Die Schuhe müssen nicht aus der obersten Preisklasse stammen, meine waren damals aus der Vorjahressaison und ich habe 59€ dafür bezahlt. Auch nach anderthalb Jahren gehe ich damit mehrmals wöchentlich joggen und hatte nie Beschwerden, so dass ich davon ausgehe, sie noch eine Weile nutzen zu können.

Lasst euch beraten, aber lasst euch auch nichts aufschwatzen!

Für Schwergewichte halte ich Laufschuhe die unter dem Label „Stabilisierend“ verkauft werden, für eine gute Wahl, denn das ganze Gewicht möchte ja schliesslich nicht völlig unabgefedert auf unsere Gelenke knallen.

Zieht die Schuhe an, lauft in ihnen herum, schaut, dass ihr Socken tragt, wie ihr sie auch beim Sport tragen werdet und verlasst euch auch auf euer Gefühl.

Sie sollten euch übrigens auch optisch gefallen, denn ich habe die Efahrung gemacht, dass ich mich bei Schuhen, die ich hässlich finde, weniger motivieren kann, sie auch wirklich anzuziehen… Wenn Du Deine Laufschuhe liebst, willst du sie auch ausführen!

2. (For the Ladies) Zwei wirklich gute=gut passende Sport-BHs

Reicht nicht einer? Wenn ihr es wirklich durchzieht, werdet ihr dankbar sein, wenn ihr zwei habt, von denen einer kontinuierlich in der Wäsche ist, während ihr den anderen schon wieder vollschwitzt.

Besonders mit grossen Cups und grossen Unterbrustweiten sind Sport-BHs nicht billig, das weiss ich. 70€ für ein halbwegs akzeptables Exemplar sind keine Seltenheit und wenn ihr Pech habt, könnt ihr nach 3, 5 oder 8 Monaten schon wieder losziehen und die nächstkleinere Grösse kaufen…

Zu diesem Thema plane ich noch einen Beitrag mit meinen eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen Modellen auf dem Markt.

Nichts desto trotz: Geht in ein Fachgeschäft oder in die Fachabteilung eines Kaufhauses (unglaublich, aber bisher habe ich in jedem Kaufhof, in dem ich war, immer eine fachkundige Beratung in der Miederwarenabteilung bekommen, die scheinen da noch echt von der alten Schule sein…)

Ihr werdet bald merken, dass sich viele Dinge mit einem festen BH einfach besser, einfacher und vor Allem schmerz- und irritationsfrei durchführen lassen. Sei es die Zumba-Stunde, das Walken (später vielleicht sogar Joggen) und auch Workouts, wie der berühmte 30-Day-Shred waren und sind für mich ohne einen vernünftigen Sport-BH völlig undenkbar.

3. Personenwaage

Ja, ich finde, eine Waage sollte man beim Abnehmen schon sein Eigen nennen. Was ich allerdings nicht meine, ist, dass es gleich ein computertechnisches Meisterwerk sein muss… Körperfett, Daten und Profile einspeichern, W-LAN, Synchronisation mit Apps und Anwendungen… weiss der Geier, was nicht noch alles… Kinkerlitzchen!!!!

Eine einfache Digitalwaage, auf die man sich draufstellt und die einem dann sein Gewicht anzeigt gibts bei Rossmann schon um die 12€…

Habe meine jetzt schon ca 4 Jahre und habe seit dem genau einmal die Batterien wechseln müssen. Ich steige drauf, sie zeigt mir mein Gewicht und fertig. Wenn ich dann gleich danach wieder draufsteige, zeigt sie mir wieder das gleiche Gewicht und wenn ich das dann noch fünfmal wiederhole, zeigt sie mir immer noch das gleiche Gewicht. Das reicht für mich, um dem Ding soweit zu vertrauen, dass sie mir zumindest immer den richtigen Trend angibt und ich ein Mindestmass an Kontrolle habe.

4. Massband

Gibts in jeder Kurzwarenabteilung für schätzungsweise 99 Cent und wenn der Bauchumfang nicht grösser als 100 cm ist, reicht so ein Ding völlig aus.

Natürlich gibt es auch spezielle Massbänder, die uns mittels Farbcode warnen, dass wir zu dick sind und auch den den BMI anzeigen können. Wem das knapp 10€ wert ist, der mag einmal Amazon mit den naheliegenden Schlagworten konsultieren…

Regelmässig Mass nehmen bringt manchmal ganz unerwartete Erfolgserlebnisse, auch wenn die Waage mal keine Fortschritte dokumentieren mag. Von daher nicht zu unterschätzen zur Kontrolle und Motivation.

5. Küchenwaage

Sollte man nicht nur zum Kuchenbacken besitzen, sondern auch täglich nutzen, um Lebensmittel abzuwiegen.

Besonders solche mit hoher Energiedichte und Kaloriengehalt wie Nüsse, Brot, Müsli, Kartoffeln, Nudeln, Schokolade… sollten nicht ungewogen auf euren Teller, bzw. in euren Mund wandern.

Auch hier muss es nicht gleich der Rolls Royce unter den Küchenweagen sein, ein einfaches Modell für 10-15€ tut es allemal. Eine Tara-Taste sollte sie haben, denn Schüsseln und Teller sind oftmals überraschend schwer, aber ich glaub, keine heutzutage erwerbbare-Küchenwaage kommt heute ohne Tara-Funktion…

6. Küchenmaschine

Wir bleiben in der Küche… In dem Moment, in dem man aufhört, industriell vorgefertigte Speisen zu verzehren und beginnt, viel selbst zu machen, macht man schnell Bekanntschaft mit Rezepten, die von einem verlangen, dass man Nüsse, Früchte, Gemüse oder was auch immer, schnell und fein zerkleinert, stiftelt, schreddert, vermatscht…

Da kommt ein handelsüblicher Zauberstab oder Mixer der unteren und mittleren Preiskategorie schnell an seine Grenzen… Mein Horrorerlebnis waren 200g Datteln für meine No-Bake-Brownies, die den alten Mixer meiner Freundin Anja nicht nur zum Rauchen, sondern ganz übel zum Stinken gebracht haben…

Aber es muss nun auch nicht gleich das Luxusmodell sein, ein Modell der mittleren Preisklasse reicht völlig. Wenn man noch keinen hat, gerne ein Kombimodell mit Saft-Mixeraufsatz, denn irgendwann kommt man anscheinend zwangsläuftig auf den Trichter mit den Smoothies und den selbst gemixten Shakes aus Magerquark und einer Million leckerer Zutaten anstelle von gekauften Proteinshakes…

7. Kalorienzähl-App

Im Zeitalter der Smartphones eine praktische Angelegenheit und zudem in vielen Fällen auch noch kostenlos. Über MFP werde ich noch gesondert berichten, da es mir sehr am Herzen liegt, aber der Fairness halber sei natürlich gesagt, dass es natürlich noch andere Plattformen gibt, die man zum Tracken der Nahrung und der Bewegung nutzen kann.

8. Schrittzähler-App

Auch diese gibt es fürs Smartphone in verschiedenen Variationen kostenlos auf allen verfügbaren Systememen, so dass eine Anschaffung eines Pedometers oder eines teuren Fitnesstrackers, geschweige denn einer Pulsuhr mit Brustgurt etc. für Menschen, die zwar übergewichtig, aber ansonsten gesund sind, meiner Meinung am Beginn der Reise einfach unnötg sind.

Mein Favorit in dieser Kategorie ist das funktionale und wunderschöne Moves welches ich bis zur Anschaffung meines Fitbits täglich mit grosser Begeisterung benutzt habe.

9. Motivations-Playlist

Noch etwas, das nichts kostet aber Gold wert ist! Nehmt euch die Zeit und tragt Lieder zusammen, die euch auf Touren bringen. Surft durch youtube, lasst euch treiben oder durchforstet eure Alben, bis ihr mindestens 20 Lieder beisammen habt, die euch so richtig in Wallung bringen. Viele der Lieder, die damals noch auf meiner ersten Playlist waren, habe ich auch heute beim Sport noch täglich im Ohr und sie pushen mich immer noch so, wie zu meinen ersten Gehversuchen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Was es ist, liegt völlig bei euch, experimentiert, schmeisst wieder runter, was in der Praxis nicht die erhoffte Wirkung habt, sucht weiter, bis es passt…

Und wenn ihr feststellt, dass ihr keine Musik beim Sport mögt, dann vergesst diesen Tip, denn wichtig ist einfach nur, was euch hilft, besser zu werden… jeden Tag ein Stück!

 

So, jetzt habt ihr alles beisammen, was ihr braucht, um erfolgreich die ersten Schritte auf eurer Reise zu tun. Viele Dinge, werden auf diesem Weg dazukommen und auch Reisegefährten (die super wichtig sind, die ich jetzt aber aus dieser „Sachenliste“ bewusst rausgelassen habe) werden sich einfinden und das ist alles auch gut und richtig so, wenn man merkt, dass man vielleicht doch mehr technischen Support benötigt, um wie gewünscht Fortschritte zu machen. Nicht jeder kann wie „Rocky“ im vierten Teil trainieren, manch einer braucht halt die „Drago-Variante“, um weiterzukommen…

das gilt es mit der Zeit herauszufinden, aber starten kann man wunderbar auch erstmal mit der Grundausstattung. Denn bis man verstanden hat, was dieser neue Computer am Handgelenk von einem genau will und was er alles kann, ist man bestimmt schon dreimal um den See gelaufen… 🙂

 

 

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6 Gedanken zu “Dinge, die die Welt (beim Abnehmen) nicht braucht – und welche doch!

  1. Toller Artikel !! Kann dem eigentlich nichts hinzufügen. Vielleicht, dass es für das Training zuhause auch nicht immer der Hometrainer oder ein teures Fitnessgerät sein muss. Ein Deuserband ersetzt bei richtigem Gebrauch schon fast eine komplettes Fitnessstudio.

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    1. Hallo Mario, danke für die Anregung. Über die verschiedenen Möglichkeiten der sportlichen Betätigung wird bestimmt auch noch das eine oder andere hier folgen, Deuserband ist auf jeden Fall ne gute, erschwingliche Sache.

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  2. Was mir bei diesem Beitrag als erstes ins Auge sticht ist „Scheiß HSV“ im Banner. Ich mußte mich aus Respekt Dir gegenüber regelrecht zwingen, weiterzulesen. Ob ein Schrittzähler nun sinnvoller ist, als eine vernünftige Pulsuhr, naja…Zu den Laufschuhen: Es ist erwiesen, dass die Dämpfung Materialbedingt um 20% abnimmt (selbst wenn die Schuhe ungenutzt im Schrank stehen). Insofern sind Laufschuhe nach zwei Jahren ein Fall für den Müll- nichts anderes.

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    1. Das HSV-Dingens war wohl einfach auf dem Nachbar-Aufkleber drauf und da mir Fussball wurscht ist, hab ich nicht drauf geachtet… 🙂

      Und JA, ich bin der Meinung, für einen ansonsten gesunden Übergewichtigen, der erstmal anfangen will, sich mehr zu bewegen, und eh schon genug damit zu tun hat, sich mit dem ganzen Abnehmzeugs auseinanderzusetzen, halte ich einen Schrittzähler für umme bzw. ein Billigmodell mit genau einer Funktion – nämlich Schritte zählen – für tausendmal sinnvoller, als einen Hightechcomputer fürs Handgelenk…

      Das mit den 2 Jahren halte ich mir mal im Hinterkopf, die sind bei mir noch nicht rum, das heisst ich darf nächsten Winter Lauf-Schuhe shoppen gehen, sofern mir mein Körper vorher nichts anderes sagt 🙂

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